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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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dem Volk zu nehmen, dem meine Existenz längst so an-stößig gewesen war, und das gegen die Behandlung, dieich von seinen Machthabern erfahren, nicht das geringstezu erinnern gehabt hatte. «Kommen Sie als ein guterArzt...» Es lautete mir recht falsch, und das Tagebuchsucht die unvernünftige Störung durch ein stehendes«Schrieb am Kapitel» beiseite zu schieben. Es gab andereAbrufe. Liesl Frank, in ihrer rührend-zügellosen Trauerum den verlorenen Gatten, in ihrem Wunsch, seinem An-denken Feste zu bereiten, plante nicht nur für später einegroße öffentliche Trauerfeier, sondern wollte auch, daßvorher eine intimere Veranstaltung dieses Sinnes bei unsins Werk gesetzt werde. So luden wir denn etwa zwanzigPersonen, Feuchtwangers darunter und Bruno Walter, inunseren «living-room» zusammen, denen ich von meinemLesetischchen aus sagte, daß dies keine Stunde der Kopf-hängerei, sondern der Freude an der glänzenden Lebens-spur des abgeschiedenen Freundes sei. Vor mir saß, Handin Hand mit meiner Frau, in ihrem schwarzen Kleid diebegierig Trauernde und genoß es unter Tränen, daß ichden Gästen Franks reizende Geschichte Die Monduhr ,dann ausgewählte Gedichte von ihm, dann Altersversevon Fontane las, die wir in ihrer kunstvollen Saloppheitimmer zusammen geliebt und einander oft auswendig vor-gesagt hatten. Recht angemessen waren solche Anstren-gungen meiner körperlichen Verfassung eigentlich nicht.Aber wer verweigert gern seine Lebenskraft einem liebenToten!

Der Sommer war ungewöhnlich schön, strahlend ohneHitze, wie man ihn nur hier genießt, von der Ozean-BriseTag für Tag erfrischend durchweht. Ich machte Kapitel