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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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Borgesc war aus Chicago, Gottfried Bermann Fischeraus New York gekommen; mit ihm gab es das eine undandere über das Programm der Stockholmer Neuaus-gaben meiner Bücher zu beraten. Am nächsten Tage stat-tete ich der Library einen Besuch ab und gewann, durchdie beiden Häuser geführt, zum erstenmal eine Vorstel-lung von dem unermeßlichen Besitz der alles empfangen-den, alles umfassenden Sammlung. Auf einem Tisch brei-tete Dr. Evans die Manuskripte Johann Conrad Beißels,des Sangesmeisters von Ephrata, vor mir aus, denn auchsie waren hier als Kuriositäten treulich verwahrt, und sosah ich mit eigenen Augen, ungläubig fast, in ihrer Wirk-lichkeit die Produkte dieses naiv-tyrannischen Neu-beginners der Musik vor mir, dessen Figur in meinemRoman eine so hintergründige Rolle spielte.

Mit unseren Gastgebern waren wir bei dem Colum-nisten Pearson zu einem Dinner geladen, an dem SumnerWelles teilnahm. Er äußerte sich mit vieler Vernunft überdie Zukunft Deutschlands, sprach zugunsten der Auf-teilung Preußens, einer föderalistischen Lösung über-haupt und sehr maßvoller Grenzregulierungen im Osten.Was er sagte, schien mir einleuchtend, human und wün-schenswert. Die Ereignisse sind, wie gewöhnlich, denunklugen Weg gegangen. — Einen denkwürdigen Vor-mittag verbrachten wir in der National Gallery, bei Rem-brandt und den Italienern, geführt von Mr. Findley, deruns in seinem Office mit dem herrlich illustrierten Kata-log der Sammlung beschenkte, und ich frühstücktedanach mit Eimer Davis und seinem Assistenten nahebeiim Social Security Building. Um die deutsche Frage ginges, im Anschluß an meinen Vortrag, natürlich auch hier,