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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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des Modells recht verschieden ist — damals überhauptmein Bewußtsein nicht berührte. Dazu war Europa, warDeutschland und was dort lebte — oder nicht mehr lebte— zu tief und weit abgetrennt, versunken, zu sehr Ver-gangenheit und Traum geworden, — versunken, verlorenund vergangen, nach eigenem Willen, auch die Freundes-gestalt, die ich da in genau scheinenden, aber vieles aus-schließenden Strichen auferstehen ließ. Dazu noch standich zu sehr unter der Faszination eines Werkes, das, Be-kenntnis und Lebensopfer durch und durch, keine Rück-sichten kennt und, indem es als gebundenste Kunst sichdarstellt, zugleich aus der Kunst tritt und Wirklichkeitist. Und doch ist diese Wirklichkeit wiederum auf dieKomposition bezogen, in gewissen Fällen mehr dieserals der Wahrheit verantwortlich, übertragen und schein-haft. In einer sehr hochstehenden deutschen Besprechungdes Buches (von Paul Rilla, in «Dramaturgische Blätter»)sollte es später heißen: «Es kann einem gehen, wie esdem Verfasser dieser Notizen ging, der heiter überraschtdas Portrait eines Freundes,eines liebenswürdigen Schrift-stellers und Übersetzers, in dem Buch entdeckte, untrüg-lich in jedem Zug, schlagend in jeder Gebärde . . .» Nun,der «Betroffene» wird anders gedacht haben, hat andersgedacht über die «Untrüglichkeit» des Bildes. Daß er einäußerstes Minimum der Empfindlichkeit an den Tag ge-legt hat, deren ich mich von ihm zu versehen hatte, seiihm hier mit Bewunderung bescheinigt.

NacheinerabendlichenVorlesungfragtemichLeonhardFrank, ob mir bei Adrian selbst irgendein Modell vor-geschwebt habe. Ich verneinte und fügte hinzu, daß dieSchwierigkeit gerade darin bestehe, eine Musiker-Existenz

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