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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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zeichnend dafür war ein Brief, den ich damals empfing,und worin der Schreiber, ein Professor of Literature imStaate Ohio, mich mit Vorwürfen wegen meiner Schuldam Kriege überschüttete. «Angreifend für das Herz»,schrieb ich, «ist auch das Närrischste.»

Der Umgang mit Stravinsky und seiner Frau, belleRusse ganz und gar, das heißt: von jener spezifisch russi-schen Schönheit, in der das menschlich Sympathische zurVollendung kommt, hatte erwünschte Lebhaftigkeit ge-wonnen, und ein Gespräch mit ihm, gelegentlich einerAbendgesellschaft bei uns, ist mir merkwürdig geblieben,worin er sich, von Gide ausgehend, im Ausdruck zwi-schen deutsch, englisch und französisch wechselnd, überdie Confession als Produkt der verschiedenen Kultur-sphären, der griechisch-orthodoxen, lateinisch-katholi-schen und protestantischen, erging. Nach seiner Meinungwar Tolstoi wesentlich deutsch und protestantisch. — Ichweiß nicht mehr, von wem ich zu jener Zeit auf VoltairesMahomed aufmerksam gemacht wurde, den ich, zum er-stenmal, in Goethes Übersetzung las,—mit Bewunderungfür die Typen- und Charakterschau weltgeschichtlichenStils, die das geniale Stück bietet. Außerdem beschäftigtemich eine kuriose Scharteke, die ich irgendwie aufgetrie-ben : Musikalische Briefe eines Wohlbekannten (Leipzig 1852),— ein Buch von lehrreicher Komik, bürgerliches Zeitalterin Reinkultur, derTonfall des Bildungsphilisters, wie erin Nietzsches Buche steht. Dennoch, trotz haarsträuben-der Naivitäten, war manches Zukömmliche daraus zuerfahren, zum Beispiel über Mendelssohn. —

Die Arbeit am Roman hatte jetzt, ungeachtet mancherschweren Stunde, mancher Niedergeschlagenheit durch

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