man es tun? Als ich kurz nach meiner Rückkehr michmit einem Brief der «Overseas Press» auseinanderzuset-zen hatte, der für «London Evening Standard» einen Artikelüber die Frage What to do with Germany forderte,lautete mein Selbstgespräch: «Prekär, verantwort-lich und zugleich müßig. Leicht möglich, daß man derSorge durch unvorhergesehene Entwicklungen überho-ben sein wird. Mit was für einer revolutionierten, prole-tarisierten, nackt und bloßen, zerrütteten, glaubenslosenVolksmasse wird man es zu tun haben nach diesemKriege! Die Ausrufung eines National-Bolschewismusund der Anschluß an Rußland sind immer noch nichtunmöglich. Für eine dezente liberal-demokratische Repu-blik ist dieses Land verloren ...»
Ich schrieb den Artikel nicht. Meine nächste Aufgabe,willig und in dankbarer Erinnerung erfüllt, war die Aus-arbeitung einer Rede für die Max Reinhardt-Gedenkfeierin Los Angeles, die am 15. Dezember im Wilshire EbellTheatre vonstatten ging. Es war wohl das erste Mal, daßdie beiden Frauen, die sein Leben geteilt, Helene Thimigund Else Heims, sich in demselben Raum zusammen-fanden. Korngold und Szigeti musizierten. Teile aus demSommernachtstraum-Film wurden gezeigt. Es sprachenKunstgenossen und Schüler, darunter ein amerikanischerKnirps von elf oder zwölf Jahren, aus ReinhardtsTheater-schule in Hollywood, der die landesübliche Unbefangen-heit und «straightforwardness» im öffentlichen Redenbis zur Komik bewährte. «I don’t know how to speakabout Max in such a solemn way. We simply were goodfriends ...» — Wir beschlossen den Abend mit Franksim «Brown Derby» unter Gesprächen, denen weder das
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