Druckschrift 
Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

hatten, sagte ich beim Abschied zu ihm: «Dcar Mr. Ru-binstein, wie sehr habe ich die Ehre, Sie bei uns zu sehen,zu schätzen gewußt.» Er lachte laut auf. «You did? Nowthat will be one of my fun-stories!» —

Die Arbeit am Kapitel der vier Vorträge zog sich bis tiefin den September, den Monat der Einnahme von Sorrent,Capri, Ischia, der Räumung von Sardinien durch die Deut-schen und ihres Rückzugs in Rußland gegen die Dnjepr-Linie, der Vorbereitungen zur Moskauer Konferenz.Spekulationen über die von Rußland und dem Westenoffenbar so verschieden geplante Zukunft Deutschlandsbeschäftigten uns alle. Aber die Gewohnheit, die erstenTagesstunden durchaus vom Andrang der Ereignisse zuisolieren und während ihrer nur eine Sorge zu kennen,verhalf mir zur Konzentration. «Mit Wärme amVIII. Kapitel. Neue Arbeitsstimmung für das wunder-liche und äußerst persönliche Werk . . . Die VorträgeKretzschmars werden rücksichtslos ausgeführt in der Ge-wißheit, daß sie nicht aus der Komposition fallen... Eifrigam Kapitel geschrieben (Beethoven). Nachmittags nochferner am Roman (schwierig)...» Das literarische Vor-kommnis dieserTage wareine von der deutschen Koloniestark besuchte öffentliche Vorlesung Bruno Franks, diemir zu denken gab. «Begabt und schön, wie immer, dazuausgezeichnet gelesen. Mir merkwürdig aber: Er benutztden humanistischen Erzähl-Stil Zeitbloms vollkommenernst, als seinen eigenen. Ich kenne im Stilistischen eigent-lich nur noch die Parodie. Darin nahe bei Joyce . ..» —Die Memoiren Hector Berlioz’ beschäftigen mich weiter.«Sein Spott über Palestrina. Seine Verachtung der italie-nischen Musikalität, übrigens auch der französischen.

5i