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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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Studium der Theologie traf ein. Ich las Luthers Kommen-tar zur Apokalypse und Berlioz’ Memoiren in englischerÜbersetzung. Auf einer Abendgesellschaft bei Feucht-wangers trafen wir außer Miß Dodd, der Tochter des ehe-maligen Botschafters in Hitler-Deutschland, den Schau-spieler Homolka und unter anderen auch Franz Werfel,der mir bei dieser Gelegenheit zum erstenmal von seinemneuen Roman-Unternehmen, der utopischen PhantasieStern der Ungeborenen und den gewaltigen Schwierigkeitensprach, die sie biete. Brüderliche Empfindungen erfülltenmich. Da war ein Kamerad, — auch einer, der sich aufVerrücktes, wahrscheinlich nicht Mögliches eingelassenhatte...

Einige Tage danach fiel mir Ernst Kreneks Buch MusicHere andNow in die Hände, das sich als einHilfs-und Nutz-werk ersten Ranges erwies. «Lange in Kreneks Music»heißt es im Tagebuch zu mehreren Malen. Gleichzeitigstieß ich in irgendeiner Zeitschrift auf merkwürdige Mit-teilungen über geistliche Musik bei den PennsylvaniaSeventh-day Baptists, das heißt auf die wunderliche Fi-gur jenes Johann Conrad Beißel, die ich sogleich in dieVorträge aufzunehmen beschloß, mit denen Kretzschmar,der Stotterer, dem jungen Adrian (und dem Leser) dasGebiet der Musik eröffnet, — des skurrilen «Systemherrn»und Schulmeisters, dessen Andenken dann durch denganzen Roman spukt.

Es war fast befremdlich, welche Sorge das Technisch-musikalische mir machte, dessen Beherrschung, so weitwenigstens, daß dem Fachmann (und es gibt kein eifer-süchtiger gehütetes Fach) der Spott verging, zu deriVoraus-setzungen des Werkes gehörte. Ich hatte doch immer der

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