Druckschrift 
Stift Lorch : Quellen zur Geschichte einer Pfarrkirche
Entstehung
Seite
XXVIII
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

— XXVIII —

Heller und 8 Hühner erhalten soll; mit den Gefällen und Ein-künften hat er sonst nichts zu tun. Im Jahr 1490 ivird dagegenverabredet, dass künftig Adelberg alle Einkünfte und Gebühren ein-ziehen und den betreffenden Pfarrern je ein Pfund und vier Hühneraeben soll. In den Lagerbüchern der Kustorei und der Dechanei *)wird dieses Geld als Eeservatgeld bezeichnet. Ahnlich bezahlte derPfarrer von Welzheim für Gebenweiler an den Inhaber der Dechaneiin horch ein Reservat von zehn Schilling Heller und sechs Hühnern. 2 )Bei der Mehrzahl der an die Pfarrei Welzheim abgetretenen Orteist ihre Beziehung zu horch nur in der ihnen auferlegten Leistungdes Kirchenhabers noch zu erkennen; sie haben ihn für die Erlaubniseine andere als ihre eigentliche Pfarrkirche zu besuchen, zu geben,and zivar ursprünglich ihrem eigentlichen Pfarrer, also dem zuLorch. 3 ) In dieser Form ist die Abgabe in einzelnen Orten nochim 16. Jahrhundert nachweisbar, die nicht Welzheim zugeteilt ivaren.Auch die fünf Schilling, die der Kustoreipfründe jährlich am Tagder Kirchweihe in Wäschenbeuren von den dortigen Ileiligenpflegernbezahlt werden mussten,^) gehören in diese Kategorie.

Im übrigen bestanden im 15. Jahrhundert für die Bedürfnisseder Gläubigen nicht wenige Kapellen, die zum Teil mit Messpfründenausgestattet waren. 6 ) Ob freilich deren Inhaber auch Anteil an der

») S. 162, 30 ff. und 165, Iff.

*) S. 176, 14 f.

a ) Vgl. oben, S. IX, Anm. 2. Die engere Verbindung dieser Orte mitWelzheim rührt wohl davon her, dass diese Pfarrei dem Kloster Lorch gehörte.Daher rührt der Unterschied zwischen ihnen und Gebenweiler, Kaisersbach undGemeinweiler, die P'ilialien der domkapitlisehen Dechaneipfrunde waren. Dieübrigen mit Versehung lorchischer lnlialien belasteten Nachbarpfarrer sind nic/itPatronate des Klosters Lorch.

*) S. 175,21 ff.

5 ) Wir kennen solche Kapellen bezw. Kirchen auf dem bis zuletzt lorch-ischen Gebiet in Grossdeinbach zu St. Bernhard (bezw. Maria, Bernhard undKatharina 1407), in Gebenweiler zu Maria, St. Veit und Allen Heiligen (1425),in Schadberg zu St. Ulrich (1352), in Pfahlbronn zu St. Barbara, in liienharzzu St. Barbara (1478), in Birenbach zur hl. Maria (1499), in Maitis zuSt. Leonhard und Maria (1464), in Waldhausen zu Maria (1507) und aufElisabethenberg zur hl. Elisabeth, in Wäschenbeuren zu St. Johannes Ev. (1347),in Hundsholz zu St. Ulrich (1420) bezw. St. Ulrich und Konrad (1493), inLeineck zu St. Maria und Nikolaus (1512), in Wetzgau, zu St. Koloman, inKapf zu Maria, Jakobus, Wendalin, Katharina und Barbara (c. 1485), inOberberken mit unbekanntem Titel (1423, 1490), dazu in T^orch zu St. Lorenz,St. Leonhard und zum hl. Kreuz auf dem Beinhaus. Line Messpfründe bestandz. B. in Gebemveiler (1425), in Schadberg (1482), dazu Frühmessereien in Alf-dorf und Wäschenbeuren.