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Stift Lorch : Quellen zur Geschichte einer Pfarrkirche
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XXIV
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Träger der Pfarramts, der plebanus.') Er hat zum Messopfer denWein und die Hostien zu liefern.*) Er eröffnet am Gründonnerstagdie Feier des Leidens Christi und hat am Karfreitag allein dieoffertoria circa crucem; bei ihm nehmen an Karfreitag die übrigenPfarrer, der Frühmesser von Beuren und die cantores, die Klerikerniederer Weihen, eine refectio ein. ! ') Am Montag vor Himmelfahrtgibt er den drei andern Pfarrern ein prandium. *) Die Zahl seinerFilialien und Beichtkinder ist grösser als die eines jeden der dreiübrigen Pfarrer, von denen der Dekan die kleinste hat. 5 ) Erund der zweite augsburgische Pfarrer haben den Hauptanteil am(iottes dienst, 6 ) je 20 Wochen, während der Inhaber der Dechaneimit dem zweiten klösterlichen Pfarrer sich in den liest teilt. 7 ) Erhat das höchste Einkommen unter den Vieren und bezahlt des-halb auch zu Kathedratikum mehr als diese. 8 ) Nicht sicher aberwahrscheinlich ist, dass nur er einen eigentlichen adiutor hat, der ineinem Teil seiner Filialien die Beichte hört. ") Die Bruderschafthat er auszurichten. 10 ) Aus alledem ist es verständlich, dass ThomasKöllhi in seinem 'Register von 1511 ") die custoria als summa pre-benda bezeichnet; er selbst heisst im Nekrologium olim plebanussummus in Lorch. 12 ) Da der custos der eigentliche Pfarrer war,erklärt sich auch, warum das Kloster bei der Verteilung der Pfründen1327 sich die custoria gesichert und die decania dem Domkapitelüberlassen hat. Die Auflösung des Stifts vernichtete die Bedeutung

') Rechtlich sind natürlich das Kloster Lorch und das Domkapitel Augs-Ißurg, da ihnen die Kirche bezw. die Pfründen inkorporiert sind, die eigentlichenrectores eedesie. Vgl. dazu die Urh. von 1490, S. 90, 28.

'-') Das Register der Kustorei, verfassl von deren Inhaber T/t. 'Kollin,wiederspricht hier den cousuetudines, die vermutlieh denselben Verfasser haben :s. u. S. 148, 3 ff. und 134, 6.

») Ä 134, 14.

*) S. 135, 36.

B ) S. 134, 33 ff.

») & 157 ff.

') 8. 183, Uff. und Änm. 2.

8 ) S. 191,24. Über cathedraticiim vgl. K. Müller in Württ. Viertel jähr h.1907, S.SVÖ.

") S. 150,14. Über den Adjutor s. K. Müller a. a. 0., 6'. 256.

>°) S. 149, Off.») 6'. 171, 13.

'") S. 128, 12. Wenn Hans Bernecker die Dechanei als benefleiumanterioris curati bezeichnet (S. 177, 30), so zeigt das nur, dass er das Beivusst-sein hatte, die decania innezuhaben.