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des Stiftsdekans, 1 ) während die Würde des Pfarrers erhalten blieb;da das Kloster im unbestrittenen Besitz des Patronatrcchts war,masste es gerade die Kustorei für sich behalten. 2 )
Seit der letzten Teilung von 1327 und bis zur Reformationwaren nun an der Pfarrkirche in horch vier Pfarrer tätig, diewochenweise in bestimmter Reihenfolge abwechselten:") Zwei vonihnen, die Dechanei und die Kustorei, sind schon erwähnt. DasDomkapitel besetzte die erste, das Kloster die andere; jedes vonbeiden noch eine gelegentlich als Kaplanei bezeichnete zweite Stelle.Die Vier versahen gemeinsam Seelsorge und Gottesdienst, auch Lorchselbst war unter sie geteilt. *) Auch 'diese Vierzahl bestand schon imkanonikatstift r >) und ist wie die Geltung des custos als plebanusvon da in die spätere Zeit übernommen worden. Ebenso die Ein-richtung des hebdomadarius, der die tägliche Messe zu lesen hat, unddas gemeinsame Begehen der horae canonioae. °) Den vier Pfarr-pfrunden entsprachen vier Schülerpfründen. Es scheint, dass man1327 vergass auch sie zu teilen. Später (1452) machte das Dom-kapitel darauf aufmerksam und erhob Ansprüche. Aber das Klostererklärte jetzt, dass es diese Pfründen sich längst einverleibt habe, undwollte von einer Teilung oder von Überlassung an die Pfarrer nichtswissen. 7 ) Mit den sechs viearii des Jak. Spindler sind die vierscolares natürlich nicht identisch; aber sie sind schon durch diesenTitel als Gehilfen der Pfarrer gekennzeichnetJ) Blosse Schülerhatte man a uch nicht mit einer förmlichen Pfründe ausgestattet.
') über den Kapitelsdekan s. u. S. XXIX.
2 ) Anderwärts ist der Kustos der Stellvertreter des Stiftspropsls in Ver-sehung der Pfarrei, vgl. Stutz in Herzogs Bealenzykl. 15, 1904, S. 346,14: auchmuns.41,35 und 175,18.
s ) S. 183, Anw. 2.
) Obgleich wir nur zwei solche Teile kennen, ist anzunehmen, dass imganzen vier bestanden. Das Quartheft des Br. Augustin, das jene enthält istp n f an 9 defekt. Der Visitationsbericht vom 2. Sept. 1539 gibt die Zahl derFeuerstätten in Lorch selbst auf etwa 100 an; dagegen zählen die beidenUsten des Br. Augustin zusammen nur 39 Lehen auf. Auch hier wird dieKustorei den Hauptanteü gehabt haben.
) Vgl. dazu den plebanus und vier Priesterchorherrn in St. Johann zuKonstanz, Beyerle S. 51. Auch die vier Pfründen in Hildrizhausen, die KlosterBebenhausen seit 1304 besass, sind vielleicht nur ein liest des ehemaligen Be-stands. OA.Beschr. Herrenberg S. 214.
6 ) Vgl. mehrfache Enoähnungen in den Consuetudines, S. 131, Nr. 1.
'■) Urkunde von 1452 Juli 4, S. 54, 5 ff.
") Vgl. Cr. Bossert, Ber. Scolaris de Tuwingen, Würlt. Viertel jähr sh. 1907,S. 8 ff. K. Müller a. a. 0. 259.