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Stift Lorch : Quellen zur Geschichte einer Pfarrkirche
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XI
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— XI —

Das östlich von Kaisersbach gelegene Altersberg (ebenso derMönchhof) gehörte nach einem Eintrag im Lorcher Lagerbuch von1576 schon von alter Zeit her zur Pfarrei Kirchenkirnberg, derenBereich hier ziemlich weit nach Süden hereingreift. Die Grenzeverläuft östlich von Menzles, bei dem die ehemalige Kronmühle, jetztMenzlesmühle liegt und geht dem Bachtal folgend südwärts bis indie Gegend des Hellershofs. Von dort springt sie in nordöstlicherRichtung ab bis in das Tal des Beichenbachs, folgt diesem bis zurMündung in die Lein und schliesst dann in ihrem weiteren VerlaufPfersbach mit Mutlangen ein, die alte Filialien von Gmünd sind.Weiterhin umfasst sie Gmünd selbst, das erst 1297 von Lorch los-gelöst worden ist. ! ) Auch das südlich von Gmünd gelegene Strass-dorf war ursprünglich nach Lorch eingepfarrt: mit dem KlosterLorch hatte die eine der beiden augsburgischen Pfründen an derPfarrkirche Lorch dort Anteil am Zehnten,' 2 ) Wetzgau, das erstim 14. Jahrhundert seine Kapelle erhielt und den hl. Koloman alsSchutzpatron wohl den Beziehungen eines Herrn von Rechberg zuOsterreich, verdankt, :l ) scheint ehemals mit Strassdorf vereinigt ge-wesen zu sein. Beide Orte sind alter rechbergischer Besitz. Diepfarrlichen Rechte müssen schon sehr früh, wahrscheinlich noch im12. Jahrhundert, in dieselbe Hand gekommen sein. Jedenfalls sindaus späterer Zeit nur spärliche Beziehungen zwischen der Mutter-kirche und ihnen bekannt, 4 ) die aus dem alten Zusammenhang her-rühren könnten. ä )

Die Südgrenze der Pfarrei Lorch geht nun nördlich am Hohen-staufen vorüber; Lenglingen ist altes Filial von Strassdorf, Kretten-hof und Birenbach gehören zu Lorch, Börtlingen aber ist konstanzischund steht als Pfarrei schon im Liber marcarum von 1360. 6 ) Nörd-

') Urkunde Nr. 24, S. !).

-) S. 177, 39 ff.

*) Vgl. Bossen in Bl. f. württ. KG. 1887, S. 31.

4 ) Dahin gehört das eben erwähnte augsburgische Zehntrecht. — Nachdem lorchischen Lagerbuch von 1573 gehören die Einwohner der Klosterlorchischen Höfe in Wetzgau und Mutlangen tod und lebendig in die Pfarrei■Lorch. Das ist jedoch eine Einrichtung, die erst seit der Reformation bestand,da Württemberg seine Untertanen reformierte, während die rechbtrgisclien undgmündischen katholisch blieben.

5 ) Die Einwohner von Grossdeinbach, die zur Kustoreipfrunde gehören,gehen nach Wetzgau zur Kirche (S. 162,10).

6 ) Ereib. Diöz.A. 5, 1870, S. 104. Die Einwohner des zur Pfarrei Lorchgehörigen Adelberger Brech gehen zur Kirche nach Börtlingen ('S. 174, 6f.). Der