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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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herigen europäischen und amerikanischen Züchtungen stark erhöht worden ist. E. Lucas verteilt die Sortenauf 10 Gruppen (Familien"), die wir unter anderer Anordnung und Bewertung der folgenden Uebersicht zuGrunde legen.

1. subsp. insititia (L.) Poiret (= P. insititia L. als Art, Fiori und Paol. als var. von P. domesttca,Rouy und Camus als var. von P. sativa). Pflaumen im engeren Sinn, Kriechen, Kriechel, Spilling. Franz.:Prunier sauvage, creque; engl.: Bullace, greengage; ital.. Prugnolo da siepe. Taf. 156, Fig. 3; Fig. 1275h,1276 a bis e und 1277. Meist strauchig. Zweige meist bis zum 2. Jahr sammtig behaart, zuweilen i verdornend.Winterknospen i behaart. Laubblätter meist auch oberseits i behaart. Kronblätter i 8 bis 10 mm lang, reinweiss. Frucht rundlich, ± 2 bis 3 (4) cm lang, mit am Stein fest haftendem, zum Dörren unbrauchbarem (mitAusnahme der Mirabellen) Fleisch; Steinkern wenig zusammengedrückt, ziemlich glatt, stumpfkantig. Hieher inerstere Linie die der P. spinosa genäherten halbwilden und verwilderten Formen, die bald dieser (und zwar dervar. macrocarpa; vgl. pag. 1103) angeschlossen, bald als Bastarde und schliesslich auch als wilder Typus der P.insititia L. gedeutet werden: var. Juliana L. (= var. errdtica Gaudin, = P. insititia [L.] Poiret var. nigraRchb. an P. früticans Weihe?). Haferschlehe, Haferpflaume, Rosspflaume, Krieche. Stets strauchig. Laub»blätter und Blüten ziemlich klein. Frucht 1 bis 1,8 cm lang, schwarzblau, als Tafelobst nicht geeignet.Dazu f. subsilv^stris Boutigny (= var. avenäria Tub.). Zweige ziemlich dornig. Kelchblätter kahl.Frücht 1 V 2 cm lang. f. dümetorum Lamotte. Dornenlos. Zweige schon im 2. Jahr verkahlend. Kelchnur schwach drüsig. Blüten und Früchte grösser als bei den vorigen. In Westdeutschland und Frankreichhäufig kultiviert. Die Haferschlehen werden am Ober» und Mittelrhein noch jetzt wie im 16. Jahrhundert auf

den Markt gebracht. Zu der var. Juliana gehört auch die als Unter»läge für edle Pflaumensorten sehr gebräuchliche Saint»Julien»Pflaume (prune«St.=Julien).

Von höher kultivierten, meist dornenlosen Formen könnenzu dieser Unterart gestellt werden: var. pomariörum Boutigny(= P. lutea Bechstein? = P. insititia [L.] Poiret var. CatharineaSer.? = var. aürea Martens). Spilling, Zipparte, Ziegfarze, Ziberli(Franken, Schweiz), Maschen (Süddeutschland). Grösserer Strauch.Kelchblätter oberwärts i behaart. Kronblätter oft grünlichweiss.Frucht länglich, i 2 bis 3 cm lang. Hieher einige sehr alteKultursorten, vielleicht schon die Pruna cereola der antiken undmittelalterlichen Autoren. Noch heute beliebt ist der KatatonischeSpilling (= Schüttelpflaume, Katharinenpflaume) mit mittelgrossen,gelben, nur schwach rötlich angelaufenen, sehr frühreifen Früchten.Eine der anspruchslosesten, auch auf trockenem Sand (z. B. in derMark Brandenburg, in Thüringen und Franken) gut wachsenden, leichtdurch Wurzelausläufer zu vermehrenden und audi leicht verwildern»den Pflaumen. Abkömmlinge davon sind diePflaume ohne Stein"undBöttnersFrühpflaume". Johannispfläume, KleineDamaszener Pflaume. Frucht eikugelig, 2 bis 3 cm lang, blauviolett, sehr frühreif. Von Ziersträuchern ge»hören hieher solche mit hängenden Zweigen, mit weissbuntem und gelbbuntem (f. aucubifölia Dippel)Laub u. a. var. c6rea (L.) (= P. Syriaca Borkhausen als Art, Koehne als var. von P. insititia L.).Mirabelle (über diesen aus myrobälana entstandenen Namen vgl. pag. 1100; es erscheint nicht unmöglich, dassdie Mirabellen tatsächlich aus Kreuzungen mit P. cerasifera Ehrh. subsp. Myrobälana [L.] hervorgegangensind), Wachspflaume (als prüna c6rea schon bei Plinius). Dornenlos, sparrig. Frucht kugelig, 2 bis3 cm breit, sehr süss. Die Mirabellen sollen aus Syrien und Arabien nach Griechenland und (wahrscheinlichunter Pompejus) nach Italien gebracht worden sein, von da frühzeitig nach Frankreich, nach Deutschland erstnach 1560. Am beliebtesten ist die Gelbe Mirabelle. Frucht hellgelb, auf der Sonnenseite rötlich oder braunpunktiert, reif Mitte bis Ende VIII. Steinkern leicht loszulösen (hiedurch und durch die Eigenschaft, dass sie leichtgetrocknet werden können, unterscheiden sich die gelben Mirabellen von den meisten Formen der subsp.insititia). Samenbeständig, verlangt ziemlich viel Wärme. Hauptkultur im Mittelrheingebiet von Metz bis Nassau(namentlich durch Pfarrer Christ in Oberberg sehr gefördert; in dieser Gemeinde wurden 1860 1731 Ztr.geerntet und daraus 433 Ztr. getrocknete Mirabellen bereitet).Aehnliche Sorten sind die Rote Mirabelle(Mitte VIII reif) und die besonders fruchtbare erst Anfang IX reifende Mirabelle von Nancy (Fig. 1275h). Neuere Züchtungen mit bis doppelt so grossen Früchten sind die Doppelten Mirabellen (franz.: Mira»belle grosse), z.B. Doppelte Mirabelle von Herrenhausen. Neuere Sorten sind auch Bohns Mirabelleund Frühe Mirabelle von Bergthold. Eine Grüne Mirabelle soll durch Kreuzung der gelbenmit P. spinosa gewonnen worden sein.

Fig. 1276. Prunus domestica L. subsp.insititia (L.) Poiret var. Juliana L. Haier-pflaume. a und b Frucht, c, d, e Steinkern mitund ohne anhängendem Fruchtfleisch. subsp.oeconomica (Borkh.) C.K. Schneider. /Längs-schnitt durch die Frucht, g der subsp. ltalica(Borkh.) var. ovoidea Martens.