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4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
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24*. Fruchtboden bei der Reife trocken oder schwammigafleischig, dann Blüten schwarzpurpurn . 25.

25. Kronblätter schwarzpurpurn, zugespitzt, bleibend. Fruchtblätter zuletzt schwammig.fleischig.

Comarum CCCXCI.

25*. Kronblätter gelb, weiss oder rosa, dann südalpiner Zwergstrauch (bei ausländischen Arten auchrot), stumpf oder ausgerandet, hinfällig. Frucht meist trocken Potentilla CCCXCII.

CCCLXXX. Arüncus 1 ) L. ( Spiraea sect. Aruncus Seringe). Geissbart.

Die Gattung umfasst nur 2 Arten; ausser der folgenden Art noch Aruncus astilboldes Maxim.(= Spiraea astilboides hört.) aus Japan. Pflanze 20 bis 60 cm hoch, kahl. Laubblättchen tief, bis auf 1 /s ein»geschnitten. Balgkapseln aufrecht. Hie und da als Zierpflanze in Gärten kultiviert.

1462. Aruncus Silvester Kosteletzky (= Aruncus Aruncus Karsten, = Spiraea Aruncus L.,= Astilbe Aruncus Trevir.). Geissbart, Ziegenbart. Franz.: Barbe de bouc, barbe de chevre;ital.: Barba di capra. Taf. 145, Fig. 1 ; Fig. 1004, 1005 und 1006.

Die meisten Volksnamen dieser Pflanze nehmen auf den bartähnlichen (rispigen) Blütenstand Bezug sGeissbart (in verschiedenen Mundarten), Bocksbart, Waldbart (Schweiz), Unsers H er g o t s»B a r t al(Niederösterreich)i Fedderbusk (Bremen). Im Böhmerwald nennt man die Pflanze nach ihrer volksmedi«zinischen Verwendung bei Frauenkrankheiten Bärmuttersträusse (vgl. auchFilipendula Ulmaria), im ZürcherOberland nach der hirseähnlichen Tracht der reifen Fruchtstände Wildhirs. Zu Imme«, Bienlikrut (Baden),Imbelichrut (Aargau) vgl. Filipendula Ulmaria.

Ausdauernd, (50) 90 bis 200 cm hoch. Wurzelstock kräftig, holzig, reidiästig undreichlich mit Adventivwurzeln besetzt. Stengel steif, aufrecht, ein»fach, kahl. Laubblätter bis 1 m lang, doppelt bis 3=fach 3= bis5=zahlig gefiedert, an jene von Actaea spicata erinnernd, lang»gestielt; Stiel am Grunde etwas verdickt, rinnig. Blättchen breit»eiförmig oder länglich=eiförmig, kurzgestielt oder sitzend, amGrunde kurz keilförmig, gestutzt oder seicht herzförmig ausge»randet, meist in eine lange Spitze ausgezogen, scharf doppeltgesägt; Endblättchen gestielt, oft in der vorderen Hälfte breiter.

Behaarung fehlend oder aus spärlichen, einfachen, unterseits aufden Nerven sitzenden, oberseits über die ganze Blattfläche ver=teilten Haaren bestehend. Nebenblätter fehlend. Blüten in langem(bis 50 cm), reichblütigem, endständigem, aus schmalen, langenTrauben rispig zusammengestelltem, zuletzt überhängendem,ziemlich dicht behaartem Blütenstand, auf reichlich behaarten, zirka1 /a mm langen, aufrecht abstehenden Stielen, eingeschlechtig, seltenzwitterig, 2»häusig oder polygam. Männliche Blüten: Kelchblätter5, dreieckig, spitz, 1 h mm lang. Kronblätter 5, länglich keilförmig,vorne abgerundet, 1,5 bis 2 mm lang, gelblich»weiss. Staubblätter20 bis 30, 3 bis 4 mm lang; Staubfäden einfach, Staubbeutelkugelig. Fruchtblätter reduziert (Taf. 145, Fig. la). Weibliche Blüten:

Kelchblätter 5, dreieckig, 1 /a mm lang. Kronblätter 5, verkehrt»eiförmig=keilig, vorne abgerundet, reinweiss, 1,2 bis 1,5 mm lang.

Staubblätter reduziert, fast so lang wie die Kelchblätter. Frucht»blätter 3, selten mehr, so lang wie die Kronblätter, kahl oder seltenbehaart. Balgfrüchte auf 1 bis 1,5 mm langen, herabgebogenenStielen, frei, zirka 3 mm lang, schmallänglich, in den nach aussengekrümmten, kurzen Griffel zugespitzt, kahl, braun, nach innender Länge nach aufspringend (Fig. 1004 b). Samen lineal=lanzett=lieh, 2 mm lang, häutig berandet, braun. V bis VII.

*) Vom lat. arüncus=Ziegenbart (bei Plinius). Die vorlinneischen Botaniker nannten die Pflanze Bärbacaprae.

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Fig. 1004 Aruncus Silvester Koste-letzky. a Fruchtstand, b Reife Balgfrucht.