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Griffel am Scheitel oder an der Bauchseite, selten an der Rückenseite der Fruchtblätter stehend,frei oder teilweise miteinander verwachsen-, Narbe meist klein. Blütenboden flach, schüsseb,becher= oder krugförmig, halbkugelig oder kegelförmig verlängert (Fig. 997). Frucht sehrmannigfaltig: eine Schliessfrucht, Steinfrucht oder Balgkapsel oder durch Vereinigung mit dervergrösserten und fleischig gewordenen Blütenstandsachse eine „Scheinfrucht" oder aber eine„Sammelfrucht" bildend. Samen meist klein, seltener gross, gewöhnlich ohne oder mit nur sehrwenig, selten mit reichlichem Nährgewebe. Keimblätter meist fleischig, plankonvex.
Die Familie umfasst über 2000 Arten, die sich auf die folgenden Unterfamilien, Tribus und Gattungen ver«teilen (C. K. Schneider unterscheidet neuerdings wiederum als Familien die Spiraeaceae, Rosaceae [im engerenSinne], Pomaceae und Drupaceae [= Prunoideae]). 1. Unterfamilie Spiraeoideae. Wehrlose Sträucher, selten Bäumeoder Stauden mit meist ungeteilten, oft nebenblattlosen Laubblättern. Blüten meist klein, zu reidiblütigen Blüten*ständen vereinigt. Kelchblätter meist 5. Kronblätter in der Regel 5, weiss, rosa oder rot. Staubblätter 10 bis 20oder viele; Staubfäden am Grunde verbreitert. Fruchtblätter meist 2 bis 5, selten 1 oder 6 bis 12, quirlig stehend, demflachen oder trichterförmigen Fruchtboden aufsitzend, aber nicht in denselben eingesenkt (Fig. 1010 f). Früchtchen 2»bis mehrsamig, selten 1-samig, meist eine nach Innen aufspringende Balgfrucht darstellend (Flg. 1004 und 1010 g,h).Samen ohne oder mit sehr spärlichem Nährgewebe. — Flierher die Tribus: a) Spiraeeae. Sträucher und Stauden.Fruchtblätter frei oder nur am Grunde verwachsen (Fig. 1004 b und 1014 g, h). Früchte 2= bis mehrsamige Balgkapseln.Samen ohne Flügelrand. Diese Tribus umfasst die Gattungen Physocärpus (= Opuläster) mit 13 Arten (pag. 680),N ef Iii a Don mit mehreren Arten im Himalaya und Südchina, von denen N. thyrsiflöra Don und N. SinensisFlook. f. ab und zu als Ziersträucher kultiviert werden, Stephanändra mit 3 Arten in Japan, Korea und China. AlsZiersträucher werden selten kultiviert: Stephanandra inci'sa Zabel, verschiedene Arten der Gattung Spiraea(pag. 674), S ib ir ae a (pag. 6S1), E r i o g y n i a (= Su^tkea) mit 1 Art (E. pectindta Hook.) aus dem nordwestlichen Amerika,Arüncus (pag.671), Sorbäria (pag.681), Spiraeänthus mit 1 Art aus der Sungarei sowie Gill£nia mit2 Artenin Nordamerika (G. trifoliäta [L.] ist eine bekannte Zierpflanze). — b) Quillaie'ae. Sträucher und kleine Bäume. Laub«blätter ungeteilt, mit meist hinfälligen Nebenblättern, gewöhnlich immergrün. Blüten 5»zählig. Fruchtblätter 3 bis 5Früchte Balgkapseln. Samen mit Flügelrand, meist ohne Nährgewebe. Flierher die Gattung Quilläja mit3 Arten in Südamerika. Die in Chile, Bolivia und Peru einheimische, in Südeuropa kultivierte Q. saponäriaMolina ist ein immergrüner, 15 bis 18 m hoher Baum mit ungeteilten dicklederigen Laubblältern, achselständigen,weissen Blüten und sternförmig gespreizten, zweiklappig aufspringenden Früchten mit zahlreichen, langgeflügeltenSamen. Sie enthält in der Rinde — doch auch im Flolz und in den Wurzeln — bis 10°/o Saponin, fernerSapotoxin, ein Lactosin=ähnliches Kohlehydrat, Quillajasäure, Calciumoxalat usw. Die Rinde wird seitlanger Zeit als Seifen» oder Panamarinde verwendet; seit 1832 gelangt sie in Form von flachen Stücken,die fast ausschliesslich aus der hellen, holzigen Bastschicht bestehen und in der Kristalle von oxalsauremKalk glitzern, in den europäischen Handel. Sie wird in der Technik, besonders in der Wäscherei, als färben»schonendes Waschmittel verwendet, ferner bei der Herstellung von Kopf», Mund» und Haarwässern, gegenübelriechenden Schweiss usw. Auch wird ein mit Glaubersalz versetztes, festes Extrakt („Panamin") aus derRinde hergestellt. Eine Abkochung bezw. ein Extrakt („Saponin") aus der Cörtex Quilldjae wird gegenchronischen Luftröhren» und Lungenkatarrh und Asthma angewendet. Die medizinische Bedeutung beruhtauf der Anwesenheit der beiden glykosidischen Saponinkörper Quillajasäure und Sapotoxin, beides toxischeHerzgifte. — Kageneckia mit 3 Arten in Chile. — Lindl6ya mit 1 Art (L. mespilofdes H. B. et Kunth) in denGebirgen von Mexiko. Bei uns ein seltener Zierstrauch. — Vauquelfnia mit 4 (?) Arten in Mexiko undArizona, von denen sich höchstens V. corymbösa Corr. in Kultur befindet. — Exochörda mit 3 Artenin Mittelasien, davon E. A1 b e r t i Regel und E. grandiflöra Ldl. altbekannte Zierpflanzen. — Euphröniamit 1 Art (E. hirtelloides Mart. et Zucc.) in Brasilien, c) Holodisceae. Sträucher mit ungeteilten Laubblättern.Blüten klein, 5=zählig, in zu lockeren Rispen zusammengestellten, reichblütigen Trauben. Kronblätter weniglänger als die Kelchblätter. Staubblätter etwa 20. Fruchtblätter 5, zottig behaart, mit 2 Samenanlagen. Fruchteine Schliessfrucht. Samen mit dünnem Nährgewebe. Hierher die Gattung Holodiscus mit 4 Arten in Nord,und Mittelamerika, davon H. discolor (Pursh) Maxim, bei uns zuweilen als Zierstrauch.
2. Unterfamilie Pomofdeae. Kernobstgewächse. Meist Bäume und Sträucher mit in der Regel un»geteilten, seltener gefiederten, sommergrünen, selten immergrünen Laubblättern und mit deutlichen Nebenblättern.Blüten einzeln oder in i reichen Blütenständen, gross, seltener klein, weiss, rosa oder rot, meist zwitterig,seltener auch männliche. Kelchblätter 5. Kronblätter 5. Staubblätter meist 20 bis 30 (seltener 15 oder weniger).Fruchtblätter in der Regel 5 (selten 1 bis 4), ± weniger weit mit dem Achsenbecher und oft auch unter sichverwachsen, mit meist 2 (seltener 1 bis 20) Samenanlagen. Blütenachse becher« bezw. krugförmig oder zylindrisch.Frucht aus dem unteren Teil der Kelchblätter, der fleischig vergrösserten Blütenachse und den auf der Innen»