Druckschrift 
4,2 (1923) Dicotyledones : (II. Teil)
Entstehung
Seite
656
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phylla Oerst. auf Mittelamerika beschränkt sind. L. Orientatis Miller, der orientalische Storaxbeum, wirdim Mittelmeergebiet, namentlich in Südfrankreich, seltener audi in Mitteleuropa kultiviert. Der von ihm gelieferteOrientalische oder Asiatische" Styrax oder Storax, Styrax liquidus, Balsämum Styracis officinalis, scheint schonden Phoenikern und Griechen (Herodot) bekannt gewesen zu sein. Das ätherische Oel, das darin zu l h bis 1 o/oenthalten ist, wurde schon 1555 destilliert. Es enthält Styrol (Phenyläthylen), Styrocampher, Zimmtsäure=Aethyl,Zimmtsäure», Phenylpropyh und Zimmtester. Die Rinde (Weihrauchrinde, Cörtex Thuris oder C. Thymiämatis)enthält noch freie Zimmtsäure (in gutem Storax 23 °,o, Gesamtzimmtsäure zirka 47 %) Der Styrax wird ausserfür Weihrauch und Arzneidrogen u. a. auch in der Mikrotechnik (Einschlussmedium für Bacillariaceenschalen)gebraucht. L. styraciflua L., der amerikanische Storaxbaum, engl.: Sweet gum, bilsted, der bei uns(seit 1688) häufiger als die vorige Art als Zierbaum gezogen wird und in seiner Heimat auch als Nutzholzgeschätzt wird, liefert den ähnlichen amerikanischen Styrax (sweet gum" der Amerikaner), dessen ätherischesOel jedoch im Gegensatz zu dem der vorigen Art rechtsdrehend ist. Ebenfalls Storax liefert Altingiaexcclsa Noronha, dieRasamala" oderSikadoengdceng" der Malayen, ein bis 60m hoch werdender, vonSüdchina bis Java weit verbreiteter, auch seines harten Holzes wegen sehr geschätzter Baum.

Fig. 989. Hamamelis V i r g i n i n a L. a Zweig, b Blüten, c Unreife Frucht, cl Reife Frucht (entleert), e Längsschnitt durch dieFrucht. Hamamelis mollis Oliv. / Spross im Spätherbst mit Blüten.

Hamamelis 1 ) L., heute nur noch durch 2 Arten in Ostasien und eine in Nordamerika vertreten, wargleichfalls im Tertiär viel reicher entwickelt, bis ins Pliocän auch in Europa. Gut erhaltene Blüten (Hama=melidänthium succfneum Conwentz) sind z. B. im Bernstein der Ostsee erhalten. Die nahe verwandte GattungHamamelites Saporta ist aus der oberen Kreide Nordamerikas und aus dem unteren Eozän Belgiens bekannt.Während Hamamelis Japönica Sieb, et Zucc. (= H. arbörea Mast.) in Japan (Bergwälder von Kiuschiu und Hondo)und China (Kiangsi) und H. möllis Oliv, in China (Hupeh, Kiangsij in Europa 1898 eingeführt) nur noch ganzbeschränkte Areale besitzen, ist die jetzt auch bei uns häufiger kultivierte H. Virginidna L. (= H. Virginica L.,= H. macrophylla Pursh), die Virginische Zaubernuss oder Hexenhasel (engl.: Witch hazel) im östlichen Nord*amerika (von Texas, Florida, Missouri und Minnesota bis Neubraunschweig und Neuschottland) recht verbreitetund spielt in den dortigen Laubmischwäldern eine ähnliche Rolle wie bei uns Corylus und Alnus incana. DerStrauch wird bis 7 m hoch. Seine kleinen, unscheinbaren Blüten (Fig. 989 b) entfalten sich von September bis Dezember,nachdem das im Herbst prächtig rote Laub längst verdorrt und abgefallen ist. Die haselnussähnlichen Früchte(Fig. 989 c, d), die bei uns meist nicht zur Reife gelangen, reifen erst im Sommer, worauf sie infolge Gewebe*Spannungen mit solcher Heftigkeit platzen, dass die Samen bis 4 m weit fortgeschleudert werden sollen. Rinde

') Gr. et [Act (Iritis [hamamelis], Name von M6spilus Germanica bei Athenaeus.