Menschl. Körper. 645
Schlauch, welcher mit dem Kehlkopfe beginnt. Diesergleicht dem Mundstücke eines Blasinstrumentes. Derschmale Eingang für die Luft, die Stimmritze, ist mitdem beweglichen Kehlkopfdeckel versehen. Zu beidenSeiten liegen die Stimmbänder. Die Luftröhre teiltsich in der Brusthöhle in zwei, sich in die beidenLungenflügel verzweigende Äste, die mit kleinenLuftzellen enden. Die Lungen, das zwischen ihnenliegende Herz mit den grossen Gefässen und dieSpeiseröhre erfüllen den ganzen Raum der Brust-höhle. Die Lungen bestehen aus einem faserigenGewebe mit ineinander verflochtenen Luft- und Saft-röhren. Sie sind von zwei häutigen Stücken, diedem Brustfell angehören, umhüllt und liegen in-wendig am Rippenkorbe an.
Die meisten Wirbeltiere haben Lungen, die Fischeund viele Amphibien jedoch Kiemen, welche, dieunterste Stufe der Atmungsorgane bildend, bestimmtsind, im Wasser zu atmen, und als blättrige oderästige Yorsprünge erscheinen. Sie bestehen aus ver-schieden angeordneten Bündeln feiner Blutgefässe,welche die Luft des Wassers absorbiren und so denSauerstoff von dem Blute aufsaugen lassen. Die In-sekten atmen durch Luftgefässe, Tracheen, die sich,ohne ein Centraiorgan, in allen Körperteilen ver-zweigen. Das Atmen der kaltblütigen Tiere geschiehtweniger regelmässig und lässt bei manchen Amphibienoft lange Unterbrechungen zu. Bei den niederstenTieren ist die Atmung ohne besonderen Apparat derallgemeinen Körperoberfläche anheimgegeben.
4. Durch die Vermehrung oder Fortpflanzungist die Natur, da jedem tierischen Organismus nureine gewisse Zeit des Daseins angewiesen ist, fürdie Erhaltung der Art bedacht. Die geschlechtlicheFortpflanzung (goneratio sexualis) findet durch Be-fruchtung und Ablösung der Keime statt. Es sindzwei Geschlechter vorhanden: bei dem einen findensich die Keime in den oft traubenförmigen Eierstöcken,bei dem andern der befruchtende Same. Bei denSchnecken, Bandwürmern, Rankenfüssern findet eine