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Arthur Lutze's Lehrbuch der Homöopathie
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LTI

die Liebe sein. Nur wenn das der Kranke weissund fühlt, wird er mit doppeltem Vertrauenalle Vorschriften erfüllen, wird er auch denwohlgemeinten Tadel freundlich aufnehmen, undder Arzt wird sein Seelsorger wie sein Helferwerden.

Wahre Ärzte, die solche Liebe besitzen, ge-messen ein Vertrauen, welches allein schon halbgesund macht.

Ich kann nicht unterlassen, hier ein Beispielanzuführen, welches mich oft angespornt hat, alsich die Strapazen noch nicht so gewohnt war,immer von neuem mich hinzugeben, wenn es galt,armen Leidenden Trost zu bringen; denn dieArmut bedarf dessen ja noch viel notwendiger,als die mit Glücksgütern Gesegneten.

Als deralte Heim" (mit diesem Namen be-zeichnete ihn Jung und Alt in Berlin) eines Abends,nicht ganz wohl, sich früher zu Bette gelegthatte, klingelte es. Seine um den alten Herrnbesorgte Gattin wollte den nachfragenden Krankenin aller Stille abweisen, als Heim, der den Tonder Klingel gehört, aus dem Bette rief:He,wer ist da?" Seine Frau sagte:Bleib nurliegen, der alte Nachtwächter ist krank, unddie Frau kann zu einem andern Arzte gehen."Nein," erwiderte Heim,zu dem kommtkein anderer bei Nacht; da muss ich hin,das ist ein alter Kunde von mir!" Er liess sichnicht abhalten, stand auf und ging hin. DochGott hat es ihm auch durch ein langes Lebenund glückliches Alter gesegnet.