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dingten) Baseler Regel am besten am Bonifaciustag. Die Saatmenge beträgt bei mittelgrossen Samen 100 bis180 kg pro Hektar, bei Dibbelsaat 50 bis 80 kg. Die Zwergbohnen werden mit der Hacke in Schachbrett»förmig angeordnete Gruben (Reihenabstand 30 bis 40 cm), die Stangenbohnen in Reihen mit Abständen von50 bis 60 cm 4 bis 8 cm tief gelegt. Die Stangen sind am besten schon vor den Bohnen, spätestens beimersten Hacken zu stecken. Mehr als zwei Reihen nebeneinander sind nicht ratsam, da sonst zu wenig Lichthinzukommt. Reiserbohnen werden in Südeuropa und Amerika auch zwischen Mais und Sorghum gepflanzt.Für kleinere Sorten (Pfahlbohnen) genügen Weinbergpfähle von l 1 /« bis 2 m Länge, für grössere (Stangen»bohnen) sind junge Tannenstämme von 3 bis 4 m Höhe (Hopfenstangen) zu verwenden. Nach der Saat istWalzen und Eggen vorteilhaft. Die Pflanzungen müssen behackt, behäufelt und von Unkraut frei gehaltenwerden. Die Ernte erfolgt meist erst nach der Erbsen« und Linsenernte. Die niedrigen Sorten und die mitkleinen Hülsen und Samen reifen zuerst. Grüne Hülsen werden schon 75 bis 85 Tage nach der Saat geerntet.Der mittlere Ertrag schwankt zwischen 8 bis 25 kg Samen und 10 bis 18 kg Stroh pro Hektar. Muss dieErnte vor der völligen Reife vorgenommen werden, so zieht man die Pflanzen aus und lässt sie nachreifen(z. B. an Kleereitern). Andernfalls sind die Hülsen mit der Schere oder einem Messer abzuschneiden. ZurBuschbohnenernte gibt es amerikanische Maschinen. Das Saatgut wird am besten mit den Hülsen in luftigenRäumen aufbewahrt. Als Verunreinigungen desselben kommen zerbrochene, verkrüppelte oder stärker pigmentierteBohnen, Erbsen, Erdklümpchen usw. vor. — Wo die Sonnenwärme nicht ausreicht, können die Bohnen ge»trieben werden. Bei Pflanzung vor Mitte Februar bis Anfang März können schon im April und Mai essbareHülsen erzielt werden. Entweder werden die Bohnen Ende März in kleine Töpfe gepflanzt und an ein warmesFenster gestellt oder häufiger in Treibbeeten mit frischem Pferdemist und Glasbedeckung gezogen. In Frank»reich und England bestehen eigene Bohnentreibhäuser. — Die von den alten Autoren (Columella, Pal»ladius, Apicius, Avicenna u.a.) wiederholt abgeschriebenen Angaben über Herbstsaat und mannig»fache Verwendung der Bohnen im Altertum beziehen sich teils auf Vigna (pag. 1623), teils auf Vicia Faba.
Meist werden die Bohnensamen halbreif gegessen, mit Salz, Oel und Knoblauch (so besonders imSüden) gedämpft, als Zugabe zu Fleischspeisen, als dicke Suppe (Minestra) oder Salat. Dürre Bohnen bildeneinen wichtigen Schiffsproviant. Noch im 17. Jahrhundert waren die damals wohl nur reif zubereiteten Bohnenals schwer verdaulich und blähend ziemlich verachtet. Die Verwendung halbreifer ausgehülster Bohnen istwohl durch die Portugiesen und Spanier in Europa eingeführt worden und hat sich aus Südfrankreich undOberitalien bis ins Oberrheingebiet verbreitet. Die Zubereitung der Samen ist im übrigen dieselbe wie beiVicia Faba. Nördlich der Alpen werden viel weniger die ausgehülsten Samen als die jungen Hülsen gegessen,einerseits weil weniger Samen reifen, andererseits weil die Hülsen länger weich und geniessbar bleiben. Schonim Altertum wurden unreife Hülsen von Vigna unter dem Namen Xoßos [lobös] gegessen. Die Hülsen werdenentweder ganz jung und grün (oft durch Kochen in Kupfergefässen noch besonders „gegrünt") oder halbreifzubereitet, nachdem zuerst die „Fäden" (franz. „parchemin"), d. h. die Leitbündel der Nähte, abgezogen odermit dem „Bohnenhobel" abgeschnitten worden sind. Die Hülsen werden gewaschen, zerschnitten oder zer»brochen (Schnittbohnen, Schneidebohnen oder Brechbohnen) in Salzwasser abgebrüht und mit Fleischbrühe,Butter oder Mehl zubereitet. Als Gewürz hiezu ist besonders das „Bohnenkraut" (Satureja hortensis) beliebt.Zu Bohnensalat werden besonders kleine Eckbohnen (Salatbohnen) genommen. Das Einmachen der Bohnen, dasin Deutschland und der Schweiz weit verbreitet ist, scheint in West» und Südeuropa nirgends üblich zu sein. Inden Vereinigten Staaten sind besonders in Blechbüchsen gedämpfte weisse Bohnen (Boston beans) beliebt. UmBohnen zu dörren, werden sie entfädet, in siedendem Wasser getötet und an der Sonne, im Schatten oder imBackofen gedreiht. Bohnenmehl ist wiederholt zur Streckung des Roggen» und Weizenmehls gebraucht worden,verleiht aber dem daraus gebackenen Brot einen bitterlichen Geschmack. Als Viehfutter werden Gartenbohnennur selten verfüttert, auch nicht besonders gern gefressen. Verdorbene oder zu harte Bohnen können zuSchweinefutter verarbeitet werden. Das Bohnenstroh und die trockenen Hülsen geben gutes Schaffutter. Esenthält weniger Holzfaser als das von Vicia Faba. Der Ertrag kann durch Pilze und Blattläuse stark geschmälertwerden. Ausser als Kaffeesurrogat fanden Bohnen auch pharmazeutische und kosmetische Verwendung. CastorDurante, der 1585 bereits Phaseolus vulgaris abgebildet und mehrere Sorten davon beschrieben hat, gibt an,dass sie stark blähen, aber gegen Pferdekrankheiten, als geschlechtliches Reizmittel und zu Schminke Ver»Wendung finden. Bohnen sind früher besonders gegen Urogenitalleiden gebraucht worden. Die „Fabae albae"waren noch um 1860 in Preussen als Emolliens offizineil, trotzdem bereits Linnd den Rat erteilt hatte, siedenKöchinnen zu überlassen („Phaseoli semina culinis relinquenda"). Neuerdings sind die Samen wieder als Kaffee»Surrogat und die entleerten Hülsen als Mittel gegen die Zuckerkrankheit empfohlen worden. Da und dort sindBohnen auch als kleine Gewichte (für Apotheken usw.) verwendet worden, die farbigen auch als Spiel»marken und Spielzeug. — Bei den landwirtschaftlichen Festen in Cannstatt werden ganze Mosaikbilder ausfarbigen Bohnen zusammengestellt. Am Greifensee im Kt. Zürich gilt das Erscheinen einer weissen (chloro»phyllfreien) Bohnenpflanze als sicherer Vorbote eines Todesfalls.