122
STYRAX Linn.
Kelch glockenförmig, gestutzt oder kurz gezähnt. Blumenblätter frei oder nur am Grunde kurz,'seltener bis zur Mitte locker verbünden, dachziegelig oder klappig deckend. Staubblätter 10, einreihig,am Grunde der Blumenkrone angeheftet mit freien oder unter sich verwachsenen Fäden. Fruchtknotenfast stets ganz oberständig, dreifächrig, im oberen Theile namentlich später nur einfächrig; Griffel mitdrei-lappiger- oder zähniger, zuweilen gestutzter Narbe. Samenanlagen nur wenige in jedem Fache, vondem Grunde der Scheidewand aufstrebend. Frucht steinfruchtartig, später zuweilen in drei Klappenspaltend. Samen durch Fehlschlag einzeln oder höchstens zwei mit breitem Nabel. — Bäume oderSträucher, die in allen ihren Theilen beschuppt oder filzig behaart sind mit ganzen, meist ganzrandigen,spiralig gestellten Blättern; die weissen Blüthen stehen in massig grossen Rispen, die zuweilen hängen.
Von den 60 Arten gehören der grösste Theil dem tropischen Asien und Amerika an, einige wenigebewohnen das gemässigte Asien und Süd-Europa.
Styrax Benzoin Dryancler.
Tafel 42.
Baumförmig mit gestielten, elliptischen, zugespitzten, oberseits kahlen, unterseits von kurzen Stern-haaren dicht weissfilzigen Blättern, die unregelmässig und klein gezähnt sind; Rispen Seiten- und end-ständig, mit sternfilziger Spindel; Blumenkrone aussen seidig behaart.
Styrax Benzoin Dryand. in Phil. Trans. LXX VII. 308. t. 12; Wooclv. Med. bot. 200. t. 72. (ed. II.t. 102); Step/t. and Church. Med. bot. III. t. 112; Plenck, Icon. t. 342; Blume, Bijdr. 671; Nees, Düsseid.Abb. t. 210; DC. Prodr. VIII. 260; Miq. Fl. Ind.-Bat. I. (2). 462; Berg u. Schmidt, Darst. u. Beschr.t. IX. f; Bentl. et Trim. Med. pl. t. 169; Köhler, Mediz.-Pß. t. 113; Baill. Bot. med. 1324; Flück. andHatib. Pharmaeogr. 361; Flück. Pharmacogn. III. ed. 120; Tschirch, Ind. Heil- und Nutzpflanzen 133. t.84.
Benzoin offlcinale Hayne, Arzneigew. XI. t. 24.
Benzoeharzbaum; französisch: Arbre de Benjoin; englisch: Benjamintree.
Ein Baum von massiger Höhe erreicht er in seinem Stamme die Stärke eines Mannes; seine Rindeist graubraun und das Holz braunroth, wenigstens im trocknen Zustande; die jüngsten Aste sind wie dieAxen des Blüthenstandes von einem Filze aus Büschelhaaren weisslich oder bräunlich gelb und einwenig rauh.
Die spiralig gestellten Blätter stehen auf etwa 1 cm langen von der Seite zusammengedrückten,oben rinnigen, gelblich filzigen Stielen; die Spreite ist 10—12 (5 — 15) cm lang, und ungefähr in derMitte 4—5 (3—6,5) cm breit; sie ist oblong oder eioblong, seltner an das Lanzettliche herangehend, mehroder weniger kurz zugespitzt und in eine Stachelspitze auslaufend; der Blattgrund ist gewöhnlich gerundetund meist deutlich asymmetrisch; sie ist krautig oder etwas derber, fast lederartig, in der oberen Hälfteunregelmässig gezähnt; oberseits ist sie in erwachsenem Zustande kahl, nur in der Jugend trägt sie einenleicht abfälligen Filz, unterseits ist sie mit einem bleibenden, kurzen, angedrückten Filze von Sternhaarenbekleidet; er verleiht ihr eine weisse oder rostgelbliche Färbung, aus der sich die 7—9 Seitennerven,so wie die parallel gehenden transversalen Verbindungsnervchen durch eine dunklere Färbung scharfabheben; in trocknem Zustande ist die Oberseite der Spreite stets bräunlich.
Der Blüthenstand ist eine endständige kurze Rispe, die durch Seitenstrahlen aus den oberen Laub-blättern bereichert wird oder er ist rein seitenständig: die letzteren sind häufig mit einer unteren, eben-falls zu einer Rispe oder auch nur zu einer Traube auswachsenden Beiknospe versehen. Die Blüthen