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1 (1893) Die Sympetalen
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von den Wauden des Fruchtknotens beiderseitig oder nur einseitig loslöst und einer Fortsetzung des Nabel-stranges ähnlich ist; an ihr befinden sich noch die drei übrigen nicht entwickelten Samenanlagen, derenNabelstrang sich ein wenig gestreckt hat. Der Keimling ist von der Länge des Samens, die Wurzel istnach oben gewendet, die Keimblätter sind flach und blattartig, er liegt in einem fleischigen Nährgewebe.

Die Mannaesche wächst an den nördlichen, westlichen und östlichen Gestaden des Mittelmeeres,in Afrika wird sie nur cultiviert. Sie findet sich von Valencia durch Süd-Frankreich, bis nach Italien.Hier ist besonders Sicilien desswegen wichtig, weil das Land gegenwärtig die grösste Menge der von ihrstammenden Droge aus den Frassineti liefert; diese liegen in der gleichen Höhe wie die Kastanienwälder.In Istrien berührt sie die äussersten Grenzen der weiteren deutschen Flora; von hier ist sie durch Dal-matien und die Donauländer bis Macedonien, Thessalien (wo sie am Olymp bei 1600 m Uber dem Meerewohnt) und Griechenland zu verfolgen; endlich wächst sie auch in der Umgegend von Smyrna und inBithynien, am Taurus und Libanon.

Fraxinus Ornus L. liefert die Manna , welche wesentlich aus Mannit und Zucker besteht. Sie wirderhalten, indem man die Kinde ungefähr 930jähriger Bäume im August und September mit Einschnittenversieht, welche bis zum Holze dringen; aus den Einschnitten fliesst ein bräunlicher Saft aus, welcher,am Baume erstarrend, die Manna vorstellt.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A. Ein blühender Ast von einem in dem Universitäts-garten zu Berlin cultivierten Baume.

Fig. JB. Die Zwitterblüthe, 5mal vergrössert: a. der Kelch;

b. die Blumenblätter; c. die Staubblätter; d. derStempel.

Fig. C. Der Stempel, von der breiten Seite gesehen, lOmalvergrössert.

Fig. D. Das Staubgefäss, von aussen und innen gesehen,lOmal vergrössert.

Fig. E.F. Die Pollenkörner, trocken und in Wasser, 200malvergrössert.

Fig. O. Der Stempel von der schmalen Seite gesehen.

Fig. II- Der Fruchtknoten im Längsschnitte, 20 mal ver-grössert: a. die Scheidewaud; b. der Nabelstrang,c. die Samenanlage.

Fig. I. Derselbe im Querschnitte.

Fig. K. Der Same, 3mal vergrössert im Fruchtgehäuse:a. die Scheidewand; b. die unentwickelten Samen-anlagen; c. der Nabelstrang; d. der Same.

Fig. L. Die Frucht, natürliche Grösse.

Fig. M. Dieselbe, im Längsschnitte.

Fig. N. Der Same, natürliche Grösse.

Fig. O. P. Q. Derselbe, im Quer- u. Längsschn. 3mal vergrössert:a. Nährgewebe; b. Würzelchen; c. Keimblätter.

OLEA Linn.

Blüthen zwittrig, zweihäusig oder vielehig. Kelch kurz, entweder vierzähnig oder vierlappig. Blu-menkrone radförmig mit vier eingebogen klappig deckenden Zipfeln, oder fehlend. Staubgefässe zwei,mit kurzen Fäden an der Kronenröhre oder, wenn diese fehlt, unter dem Fruchtknoten befestigt; Staubbeuteleiförmig, nach aussen oder seitlich in Längsspalten aufspringend. Fruchtknoten zweifächrig; in jedemFache zwei von der Spitze der Scheidewand herabhängende Samenanlagen, die anatrop sind und dießhaphe nach innen gelegen haben. Die Frucht ist steinfruchtartig mit dickem, hartem oder dünneremknotenförmigem Endocarp; durch Fehlschlag umschliesst sie gewöhnlich nur einen Samen. Keimlinggerade in fleischigem Nährgewebe. Bäume oder Sträucher, die häufig silbergrau- oder braun beschupptsind. Blätter kreuzgegenständig, einfach. Bliithen klein in kreuzgegenständigen, seitlichen, selten end-ständigen Kispen.

Etwa 35 Arten sind beschrieben worden, die im Mittelmeergebiete, im tropischen und subtropischenAsien und Afrika, auf Madagaskar und Neu-Seelaud wachsen.