Druckschrift 
1 (1893) Die Sympetalen
Entstehung
Seite
54
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Erklärung der Abbildungen.

Fig. A. Ein Ast der blühenden Pflanze, nach einem imBerliner Universitätsgarten cultivirten Exemplare.

Fig. B. Eine von dem Deckblatte gestützte Blüthenknospe,3mal vergrössert: a. Deckblatt; b. Kelch; c. gros-ser Kelchzahn; d. Blumenkrone.*)

Fig. C. Eine Blüthe, 3mal vergrössert.

Fig. D. Der auf der Vorderseite aufgeschlitzte und ausge-breitete Kelch, 4mal vergrössert.

Fig. E. Die durch die Mitte der Unterlippe aufgeschnitteneund ausgebreitete Blumenkrone von innen betrach-tet, 5mal vergrössert; e. Staubgefässe.

Fig. F. Das Staubgefäss, von innen und von aussen be-trachtet, lOmal vergrössert.

Fig. G. Pollenkörner unter Wasser, c. 300fach vergrössert.

Fig. H. Der Stempel, 3mal vergrössert; f. Polster; g. Frucht-knoten; h. Griffel; i. Narben.

Fig. I. Der obere Theil des Griffels mit der Narbe, 12malvergrössert.

Fig. K. Der untere Theil der Blüthe im Längsschnitte,15mal vergrössert : g. Samenanlagen.

Fig. L. Die vom Stempelpolster getragene Frucht, nat.Grösse.

Fig. M. Nüsschen von der Vorder- und Rückseite gesehen,6mal vergrössert: k. die Ansatzstelle des Nüsschens.

Fig. N. Dieselben im Quer- und Längsschnitte; l. Würzel-chen; m. Keimblätter.

MENTHA Linn.

Bllithen zygomorph, gynodioecisch. Kelch fast regelmässig oder wenig zweilippig, röhren- oderglockenförmig, flinfzähnig, zehnnervig, im Schlünde kahl oder mit einem Haarringe versehen; im Frucht-zustande aufrecht. Blumenkrone nur wenig zweilippig oder fast regelmässig, die Röhre vom Kelcheeingeschlossen; der hintere Zipfel der Blumenkrone ganz oder mässig ausgerandet. Staubgefässe 4, gleich-lang, gerade, auseinanderspreizend; Staubfäden kahl; Staubbeutel zweifächrig, Fächer parallel, mit geson-derten Längsspalten aufspringend. Stempelpolster gleichförmig, fast ungelappt; Griffel an der Spitze kurzzweispaltig mit fast völlig gleichen, pfriemlichen Asten. Niisschen eiförmig, oben glatt, schwach grubigpunktirt. Aufrechte oder niederliegende, zuweilen zwergartige Kräuter mit kreuzgegenständigen, oftgezähnten Blättern. Halbquirle meist vielbllithig, von laubigen oder kleinlaubigen, nicht gefärbten Deck-blättern gestützt, zu Ähren oder Köpfchen vereinigt.

Ungefähr 25 wohl zu unterscheidende Arten, die aber von einigen Botanikern ausserordentlich ver-vielfältigt worden sind; sie haben eine grosse Neigung zur Variabilität und zur Bastardirung; sie findensich hauptsächlich in den gemässigten Zonen, doch fehlen sie nicht ganz in der heissen der alten Welt.

Mentha piperita Linn.

Tafel 19.

Krautig mit aufrechten, vierkantigen, kahlen oder spärlich behaarten Stengeln; Blätter gestielt, ei-förmig-oblong bis eilanzettlich, spitz, am Grunde abgerundet, scharf gesägt, kahl oder unterseits an denNerven behaart; BUithenstand am Grunde unterbrochen, oben dicht, verlängert kopfig oder ährenförmig;Kelchröhre kahl, Zähne am Eande behaart.

Mentha piperita Linn. Spec. pl. ecl. I. 576 (non hb.); Huds. Fl. Angl. ed. I. 222; Engl. Bot. X.t. 687; Woodv. Med. pl. II. t. 120; Nees, Düsseid. Abb. t. 164; Hayne, Arzneigew. XI. t. 37; Guimp.und Schlecht. II. t. 110; Benth. in DC. Prodr. XII. 169; Koch, Syn. 549. und viele andere deutscheFloren; Steph. and Church. Med. pl. t. 45; Syme, Engl. Bot. VII. t. 1024, 1025; Bentl. and Trim.t. 202, 203; Köhler, Mediz. Pfl. I. t. 67; Berg und Schmidt, Darstell, u. Beschr. XXIII 0 ; Willk. et

*) In Fig. Ii. muss die Blüthe um 90° gewendet werden, sodass das Kelchläppchen c. auf den Beschauer zugekehrt ist.