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LOBELIA Linn.
Blüthen zygomorph, zwittrig, resupinirt. Fruchtknoten unter- oder zuweilen halb oberständig, kreisei-förmig, eiförmig oder halbkugelig, gewöhnlich zweifächrig mit oo Samenlagen. Kelch fünfblättrig, zu-weilen mit zurückgeschlagenen Anhängseln in den Buchten, Blätter mässig ungleich. Blumenkrone ge-krümmt oder an der Mündung schief mit 5 Lappen, die meist deutlich zweilippig vereinigt sind, auf demRücken (in der Stellung der Blüthezeit) bis zum Grunde gespalten. Staubgefässe nicht oder nur sehrkurz mit der Blumenkrone verbunden; die kleineren oder sämmtliche Staubbeutel an der Spitze behaart.Kapsel innerhalb des Kelches zweiklappig fachtheilig aufspringend. — Kräuter oder Halbsträucher, seltenSträucher von sehr verschiedener Tracht. Blüthen einzeln in den Blattachseln, durch Verkürzung der Deck-blätter nicht selten deutliche Trauben bildend; Deckblättchen fehlend, doch werden 2 zuweilen vorhandeneKöpfchendrüsen von manchen Botanikern dafür gehalten.
Etwa 220 Arten in den heissen und gemässigten Ländern beider Hemisphären; in Europa nur 2 Arten.
Lobelia inflata Linn.
Tafel 17.
Stengel aufrecht, krautig, behaart, einfach oder oben verästelt, kantig; Blätter eiförmig oder oblong,auf beiden Seiten spitz, unregelmässig gesägt-gezähnt; Blüthen klein, kurz gestielt, in verlängerte ährigeTrauben zusammengestellt; Fruchtknoten eiförmig, kurz behaart; Kelchblätter pfriemlich zugespitzt, amGrunde nicht geöhrt, wenig kürzer als die Blumenkrone; nur die 2 kleineren Staubbeutel an der Spitzebehaart; Kapsel aufgeblasen, eiförmig.
Lobelia inflata Linn. Hort. Cliff. 500, Spec. pl. ed. 1.930, Act. Upsal. 1741. p. 23. t. 1; Pursh xFl. Americ. II. 448; Nutt. Gen. Amer. II. 77,- Bigel. Am. med. bot. t. 19; Siceet, Brit. flow. gard. t. 99;DC. Prodr. VII. 380; Schk. Handb. t. 269; Nees, Dilsseld. Pfl. t. 205; Bentl. and Trim. t. 162; Bart.Med. t. 16; Torr. New York fl. t. 63; Berg u. Schmidt, Darst. u. Beschreib. I"; Asa Gr. Synopt. fl. I.(1.) 7; Flückig. a?id Hanb. Pharmacogr. 357; Flück. Pharmacogn. 680; Köhler, Mediz. Pfl. t. 106.
Lobeliakraut; französisch: Lobelie enflee; englisch: Indian tobacco.
Das einjährige, aufrechte Kraut wird durch verhältnissmässig kurze, fasrige, weisse Wurzeln imBoden befestigt.
Der Stengel ist aufrecht, nicht selten etwas hin- und hergebogen, durch die von dem Blattgrundebeiderseits herablaufenden Linien kantig, unterhalb des Blattstieles nicht selten gefurcht; er ist 0,3—0,7 mhoch und besonders unten von gelblichen Haaren rauh; über der Wurzel hat er einen Durchmesser von2—5 mm und ist dort zuweilen violett oder röthlich gefärbt.
Die unteren Blätter sind ziemlich lang gestielt, spathelfÖrmig, am oberen Ende stumpf, am Grundeallmählich in den Blattstiel verschmälert, die mittleren sind die grössten, sie werden bis 10 cm lang undin der Mitte bis 5 cm breit, diese sind nahezu oder vollkommen sitzend, an beiden Seiten spitz, und wer-den gewöhnlich von 4 Paar grösseren Seitennerven durchzogen; die Laubblätter überhaupt sind saftig grün,die unteren zuweilen violett, unterseits sind sie heller, sie sind dünn, krautig, ihre Zähne enden in eincallöses Spitzchen, sie sind auf beiden Seiten mit kurzen, hyalinen Härchen bestreut, die am Rande etwasdichterstehen; nach der Spitze zu gehen sie allmählich in die kleinen, lanzettlichen, ganzrandigen Blüthen-deckblätter über.
Die Blüthen sind klein, sie werden von einem höchstens 5 mm langen, dünnen, kaum behaartenStielchen gestützt. Der Fruchtknoten ist 2 mm lang und hat 1 mm im Durchmesser, er ist fast ganzunterständig, nur die Spitze, in der sich keine Samenanlagen befinden, ragt auf etwa 0,5—0,8 mm über