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SAMBUCUS L.
Blüthen aktinomorph, fünf-, seltener vierzählig (noch seltener dreizählig). Fruchtknoten kegel- oderhalbkugelförmig, drei- bis fünffächrig mit je einer vom Scheitel des Faches herabhängender Samenanlage,Bhaphe dorsal. Kelch gezähnt oder gelappt. Blumenkrone radförmig oder kurz glockig mit dachziegeliger,seltener klappiger Knospenanlage. Staubgefässe an der Bohre unter den Buchten befestigt, Antherenextrors. Nektarkragen fehlend oder convex. Griffel sehr kurz und dick, Narben kurz und stumpf.Frucht eine Steinfrucht mit 3—5 Samen. Samen zusammengedrückt, Keimling mit flachen, blattartigenKeimblättern und stielrundem Würzelchen im fleischigen Nährgewebe (Eiweiss). Bäume oder Sträucher,seltener Kräuter (S. Ebulum L .) mit kreuzgegenständigen, unpaarig gefiederten Blättern, der Battstiel amGrunde drüsig oder mit Nebenblättern versehen, auch die Fiedern sind zuweilen mit Nebenblättchenbesetzt. Bliithenstände decussirte Bispen von verschiedenem Gesammtumrisse, endlich in Dichasien undWickeln auslaufend; Blüthen weiss, gelb oder rosa, klein von 2 Deckblättchen gestützt.
12 Arten in den gemässigten Zonen und auf den Gebirgen der Tropen, auf der ganzen Erde mitAusnahme des südlichen und tropischen Afrika's.
Sambucus nigra Linn.
Tafel 11.
Baum- oder strauchartig, Aste mit weissem Marke; Blätter unpaarig gefiedert mit 2—4 Paar zuge-spitzten, gesägten Blättchen; Nebenblätter pfriemlich, seltener blattartig; Inflorescenz mit einem Haupt-und 4 primären Seitenstrahlen; Blüthen gelblich weiss; Steinfrucht schwarz mit purpurrothem Fleischeund meist 3 (selten 2) Steinen.
Sambucus nigra Linn. Spec.pl. ed. I. 269; Oed. Fl. Dan. IV. t. 545; Ällione, Fl. Pedem. I. 129; Gärtn.Carp. I. t. 27; Plenck, Off. 229; Engl. Bot. VII. 476; Woodv. Med. III. t. 211; Nouv. Duham. I. t. 55;SvensJc Bot. 33; Rouss. Bot. t. 33; Steph. and Church. Med. pl. t. 79; Syme, Engl. Bot. IV. t. 637; Hayne,Arzneigew. IV. t. 16; Nees, Düsseid. Pfl. t. 265; Guimp. u. Schlecht. I. t. 57; Reichb. Fl. Germ. XII. t. 730;Nees, Gen. X. 10; Koch, Syn. 2S8 und viele andere deutsche Floren; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 137; Bergu. Schmidt, Darst. u. Beschr. XV d ; Köhler, Mediz. Pfl. I. t. 46; Godron et Gren. Fl. Fr. II. 7; Ledeb.Fl. Ross. II. 383; Bert. Fl. Ital. III. 4S8; Willk. et Lange, Fl. Hisp. II. 329; Boiss. Fl. or. III. 2; Fluch,and Hanb. Pharmacogr. 297; Flück. Pharmacogn. 773.
Flieder, Holunder, Holder; französisch: Sureau; englisch: Eider tree.
Der Holunder ist ein Baum oder Strauch bis zu 6 m Höhe, selten darüber, mit borkiger Binde, diesich in blattartigen, grauen oder schwärzlichen Schollen ablöst. Die Aste sind kreuzgegenständig (decussirt)in jugendlichem Zustande vierkantig und grün, dann drehrund und werden von dünner, grauer Aussen-rinde, welche mit graugelben, zahlreichen Lenticellen bestreut ist, bedeckt; das Holz ist grünlich undumschliesst ein umfangreiches, weisses Mark.
Die jüngsten Schosse tragen, wenn sie in einen Blüthenstand auslaufen 2—3 Paar kreuzgegenständigeLaubblätter, denen einige Paare einfacher gestalteter, endlich in die Deckschuppen der Knospe über-gehender vorausgehen, die schliesslich abfallen. Nebenblätter zwei, pfriemenförmig oder stiftartig, selteneran Wassertrieben blattartig, unsymmetrisch, halbeiförmig, abfällig.
Die Blätter sind unpaarig, zwei bis fünfjochig gefiedert, gestielt, kahl, oder auf der Unterseite oderauf beiden Seiten, besonders an den Nerven dünn behaart; die Blättchen sind gegenständig, kurz gestielt,