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2 (1847)
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626
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die reine Beobachtung von der unreinen unterscheiden. So-bald die Beobachtung mit etwas vermischt ist, was sich nichtsinnlich wahrnehmen lässt, so kann dieser fremdartige Zusatznur etwas Wagesatzartiges, auf einer angemassten Kenntnissdes inneren Vorganges in dem Organismus Beruhendes sein,und diesen fremdartigen Zusatz verwirft die geheimärztlicheLehre. Ein Beispiel wird dieses deutlich machen.

Durch die bloss vergleichende Beobachtung können wirden Antagonismus, der zwischen dem Ganzen des Organismusund jedem einzelnen Organ Statt hat, wahrnehmen; denn wirsehen, nicht selten, sondern in vielen Fällen, dass ein feind-liches Angreifen des ganzen Organismus, geschehe es durchQuecksilber, oder durch wiederholte Aderlässe, oder durchHunger, oder durch mancherlei giftige Substanzen, ein er-kranktes Organ zum Normalstande zurückführt. Was wir hierbeobachten, sind sinnlich wahrnehmbare Thatsachen, denn so-wohl das feindliche Angegriffensein des ganzen Organismusist sinnlich wahrnehmbar, als auch das Gesund werden deskranken Organs. Wollten wir nun aber eine Erklärung darüberwagen, wie das feindliche Angreifen des ganzen Körpers einerkranktes Organ gesund mache, und diese Erklärung mit derBeobachtung mischen, so würde die Beobachtung dadurch un-rein werden; denn unsere Erklärung über das Wie des Ge-sundmachens läuft doch zuletzt auf etwas bloss Hypothetischeshinaus. Diese Vermischung des Hypothetischen mit der Beob-achtung, deren sich von jeher die schulrechten Aerzte schuldiggemacht, hat das Fortschreiten der Kunst zur möglichen Aus-bildung mächtig gehemmt.

Der Arzt als Beobachter.

Man hat von jeher behauptet, der Arzt müsse Beobachtersein; ja, wenn man einen Arzt preisen wollte, nannte manihn einen Hippokratischen Beobachter. Ich habe mir in meinerJugend schon den Kopf zerbrochen, welchen Begriff man dochmit dem ärztlichen Beobachten verbinde. Meines Erachtenskönnen wir nur folgende drei Dinge beobachten: