Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
571
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der Veränderung in den Dingen forsche. Ihr habt voll-kommen Hecht Kollegen! dazu ist mein Verstand gezwungen,und der Eure ist dazu gezwungen und der Verstand allerMenschen ist dazu gezwungen. Daraus folgt aber wahrlichnicht, dass wir zu einem klaren allgemeinen Begriffe der Ur-sache gelangen können; vielmehr folgt gerade das Gegentheildaraus. Kant sagt, so viel ich mich noch jetzt aus meinerJugend der Sache erinnere, Raum und Zeit seien Formender sinnlichen Vorstellung. Das heisst doch wol, wenn wirdiese philosophische Sprechweise in gemeines, verständlichesDeutsch übersetzen: wir sind genöthiget, uns alles im Räumeund in der Zeit vorzustellen, wir können nicht anders, wirmüssen so thun. Wollten wir nun über die endlichen Markender Zeit und des Raumes grübeln, so würden wir ja überetwas ganz Unmögliches nachdenken.

Nun, eben so, wie unser sinnliches Vorstellungsvermögensich alles im Raum und in der Zeit vorstellen muss, so istauch unser Verstand bei seinen Verrichtungen gezwungen, anetwas Ursachliches zu denken; aber gerade weil er an diesesUrsachdenken gebunden ist, weil er sich nur innerhalb desUrsachlichkeitsschrankens bewegen und diesen nimmer über-schreiten kann, muss er bei dem Forschen nach Ursachenins Unendliche fortlaufen und kann nie einen Ruhepunkt finden.Alle Begriffsbestimmungen haben doch den Zweck, dass derVerstand das zu Bestimmende von ähnlichen oder verwandtenDingen, mit denen er es möglich verwechseln könnte, unter-scheide. Nehmen wir einmahl an, es sei möglich, einen all-gemeinen Begriff der Ursache festzustellen, so müsste dochdiese Begriffsbestimmung das enthalten, was die Ursache vonder Nichtursache unterscheidet. Dieses würde aber schonunmöglich sein; denn da unser Verstand nur innerhalb desUrsachlichkeitsschrankens thätig ist, so kann er sich nichtsdenken, ohne zugleich an etwas Ursachliches zu denken. Wirkönnen wol von dem Nichtlichte, von der Nichtwärmeeinen verneinenden Begriff haben, aber mit den AusdrückenNichtraum, Nichtzeit und Nichtursache können wirnicht einmal einen verneinenden Begriff verbinden; sie sindfür uns bloss bedeutungslose Klänge.