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2 (1847)
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nämlich beobachten, in wiefern zufällig, oder absichtlich mitdem Organismus in Berührung gebrachte äussere Einflüssebessernd, oder schlimmernd auf die Krankheit wirken. DasBessern oder Schlimmeren erkennen wir mit Wahrscheinlichkeit,aus der sich sinnlich uns offenbarenden abnehmenden, oderzunehmenden Regelwidrigkeit der mannichfachen Verrichtungendes Organismus und aus der eigenen Gefühlsäusserung desKranken. Zuweilen sind aber die Kranken gar nicht, zuweilennur unvollkommen befähiget, uns ihre Gefühle zu beschreiben.

Da es die Natur unseres Geschäftes so mit sich bringt,dass wir Heiler, nicht aber Verschlimmerer der Krankheitensein sollen, so gehen uns auch, wo nicht ausschliesslich, dochvorzüglich die heilenden Einflüsse an. Die Erkenntniss, mitwelcher Arzenei die Krankheit in einem direkten sicherenHeilverhältniss stehet, ist also die einzige Erkenntniss, welchewir von ihrem Wesen haben können. Von Krankheiten, welcheunserer Kunst unheilbar sind, haben wir keine Wesen-, höchstenseine Formenerkenntniss; aber letzte mangelt uns auch zuweilen.

Wollte man mir einwenden: kranke Menschen werdenauch dadurch geheilt, dass man den erkrankten Theil abschneide,oder ausrotte; so bemerke ich darauf, dass zwischen Heilenund Erhalten des Lebens ein merklicher Unterschied ist. WennIhr einen fast Ertrunkenen aus dem Wasser ziehet, so sagtman wol, Ihr habet ihm das Leben gerettet, aber nicht, Ihrhabet ihn geheilt. Eben so wenig kann man sagen, dass Ihreinen Kranken geheilt habt, dem Ihr durch Ausrotten einerkrebsichten Drüse, durch Abschneiden eines zerschmettertenGliedes das Leben erhalten. Ihr habt ja nicht geheilt dasOrgan, was urerkrankt war, sondern Ihr habt es abgeschnitten,und gerade deshalb, weil Ihr es nicht heilen konntet, habtIhr es abgeschnitten.

Nachdem wir jetzt bestimmt, was wir eigentlich erkennenwollen und erkennen müssen, wenn wir direkt zu heilen be-absichtigen, *) so wende ich mich zu den vier Wegen, durch

*) Wer das indirekte, feindliche Heilen als das höchste Meisterstück derKunst ansiehet, der bedarf einer so genauen Erkenntniss der Krankheitnicht. Er kann heilen, ohne hintennach zu wissen, was er geheilt hat.Ich beziehe mich hier auf die zwei vorigen Kapitel.