Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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568
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welche man, nach der Meinung der Schule, zur Erkenntnissder Krankheit gelangen kann. Diese sind bekanntlich: dieErforschung der Krankheitsursache, die Beobachtung der Krank-heitszufälle, die Beobachtung der epidemischen Konstitution,und die Beobachtung des Helfens und Schadens der Arzeneien.Ich wüsste wirklich keinen fünften Weg zu ersinnen, glaubealso, dass die Schule, bei aller Wandelbarkeit ihrer theoretischenAnsichten, in diesem Punkte seit dem 17ten Jahrhundert allesgeleistet hat, was man billigerweise von ihr verlangen kann.Da ich also nichts Neues und Besseres vorzubringen weiss,habe ich Raum, das Alte unparteiisch zu schätzen. Alles istuns Praktikern an der richtigen Erkenntniss der Krankheitgelegen, die Leser können also leicht denken, dass ich, alsschlichter, ungelehrter Praktiker, den Werth der angegebenenErkennungswege weder gehässig verkleinern, noch prahlhansigvergrössern, sondern streng bei der Wahrheit bleiben werde.Das geheimnissvolle Dunkel, worin sich manche praktischeSchriftsteller hüllen, wenn sie auf diesen Punkt zu sprechenkommen, schreibe ich weder einer Eitelkeit, noch einer Bös-willigkeit, sondern bloss einer Geistesträgheit zu; sie zager»nämlich, in das düstere Irrgewinde der Diagnostik zu dringen.Ohne es sich deutlich zu denken, denken sie es sich dochundeutlich, sie fühlen es, wenn sie jenes Labyrinth mit derFackel des gesunden Verstandes beleuchten wollten, würdenscharfe Klippen, verdächtige Abgründe und so viel andereunheimliche Hindernisse erscheinen, dass jeden jungen Mann,der sich der Heilkunst gewidmet, ein wahrhaftes Grauen an-wandeln müsste. Wirklich dringt sich einem bei dem Lesenmanches Schriftstellers die Vermuthung auf, es müsse ihm wolbei der Krankheitserkenntniss ein Spiritus fcimiliaris an dieHand gegangen sein, da das, was er von der Krankheits-erkenntniss zu lehren sich vermisst, keinem sterblichen MenschenUnterrichtung geben kann.

Ich tadle es gar nicht, dass der Verstand vor solchendunkelen, wenig Tröstliches versprechenden Untersuchungenzurückschreckt, denn er hat ja, gerade wie unser Körper, eineNeigung zur Ruhe. Wie wir bei stürmischem, wüstem Wetterund dunkler Nacht, ohne dazu gezwungen zu sein, nicht leicht