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2 (1847)
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555
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Kapitels sprach ich von einem 16 Jahr altem Hüftweh,welches die Natur geheilet. Wie geschah nun diese Hei-lung ? Durch ein Wechselfieber, werthe Amtsbrüder! undzwar durch ein so heftiges, dass ich, um das Leben deralten Frau besorgt, schon den dritten Anfall unterdrückenmusste. Der zweite hatte die sechzehnjährige Erkrankungdes Hüftnerven so schnell, so zauberisch vertrieben, dassdie Frau, gleich nach beseitigtem Fieber, ihre Krückewegwarf und so gut und schmerzfrei ging als jeder andereGesunde. Man mag sich nun von dem Wesen des Wechsel-fiebers jede beliebige Vorstellung machen, so muss mandoch bei einem solch heftigen, will man seinen eigenenSinnen trauen, wol glauben, dass das Hautorgan aufeigene, heftige und feindliche Weise angegriffen ist. Durchdieses feindliche Ergriffensein des Hautorgans wurde nundie alte, allen Arzeneien trotzende Krankheit des Hüft-nerven gehoben. Solche Gewaltheilungen können wir derNatur nicht gut nachmachen,b. Die Natur heilt ein krankes Organ durch Erschöpfungdes ganzen Körpers. Wer je auf diese antagonistischeNaturheilung geachtet, der wird bemerkt haben, dass dieErschöpfung einen ziemlich hohen Grad erreicht habenmuss, bevor ein urerkranktes Organ, wenn es hart er-krankt ist, zum Normalstande zurückkehret. Ich bin über-zeugt, und schon längst des Glaubens gewesen, dass dasschulrechte Behandeln des sogenannten Typhus (unterwelcher vieldeutigen Kategorie häufig mancherlei Gehirn-und Bauchfieber begriffen sind) nichts, gar nichts zurHeilung beiträgt. Ist der sogenannte Typhus ein consen-suelles, von einem urerkrankten Gehirn-, oder Bauch-organe abhängendes Fieber, so bringt die Natur durchErschöpfung des ganzen Leibes das erkrankte Organ zumNormalstande zurück. Wir sehen hier eine, zwar vondem Arzte nicht beabsichtigte, aber doch wahrhafte Hunger-kur. Die schulrecht verordneten Mittel, weil sie auf dasurerkrankte Organ nicht gerichtet sind, können höchstensdurch Beschleunigung der Erschöpfung ein wenig zur Hei-lung beitragen; was dann freilich ein geringer Vortheil ist.