Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
Seite
554
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Aus diesen ungeschminkten Erzählungen kann manmehr von den Naturheilungen erfahren als aus den ge-druckten Büchern. Ich habe, so lange ich Arzt bin, gernmit dieser Menschenklasse ein Gespräch angeknüpft, undich versichere dem Leser, wäre ich ein steifer Kunstgläu-biger gewesen, die ehrlichen Leute würden mich zumZweifler gemacht haben. Aus meinen Beobachtungenhabe ich mir nun folgenden Abzug gemacht.

I. Die Natur heilet indirekt.

Antagonistisch.

a. Durch Krankmachen eines Organs, heilt sie ein anderesfrüher erkranktes.

Diese Heilung geschiehet in den meisten Fällen so,dass ein consensuell ergriffenes Organ nach und nachurerkrankt, wo denn das anfänglich urerkrankte gesundwird. Diese Heilung ist in manchen Fällen unvollkommen;das neuerkrankte Organ will nicht von selbst besser wer-den, mithin ist die scheinbare Heilung mehr eine Ver-tauschung der Krankheitsform als eine wirkliche, gründ-liche Heilung. In anderen Fällen wird aber das neuer-krankte Organ nach und nach von selbst gesund, unddie Heilung ist dann vollständig, jedoch, wie ich bemerkt,nicht selten sehr langweilig.

Ferner geschiehet diese antagonistische Heilung auchso, dass ein nicht consensuell ergriffenes, ein ganz ge-sundes Organ erkrankt, und dadurch das anfänglich er-krankte geneset. In diese Kategorie gehören wahrscheinlichdie kritischen Abszesse, auch vielleicht die ungeheuerheftigen Fussschmerzen bei dem Besserwerden der Gehirn-fieber. Ueberhaupt habe ich aber diese Art der antago-nistischen Heilung, verhältlich zu der vorigen, sehr seltenbeobachtet. In der zweiten Abtheilung des vorletzten

einmahl in dieser wunderlichen Welt allerlei Geister sein, also dürfen auchdie Todtenheiler nicht fehlen; zum wenigsten würde, ohne dieselben, dasanmuthige ärztliche Quodlibet unvollständig bleiben.