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das Schweigen des Fried. Hoffmann, dieses umsichtigenArztes, dieses genauen Krankenbeobachters, hinsichtlichjenes, von den Stollianern stark hervorgehobenen Zeichensdes Gastrizismus, gibt meiner Vermuthung die grössteWahrscheinlichkeit.
Es wäre hier noch die Frage zu beantworten, warumder Missbrauch der Brechmittel, obgleich von Zeit zuZeit verständige Männer ihn missbilliget haben, immervon neuem lustig wieder auftaucht. Meines Erachtenskann man davon einen dreifachen Grund angeben. Erstensden, dass die Hochschullehrer das, was die BrechmittelGutes wirken können, zu grell und einseitig hervor-heben und so die Köpfe ihrer Schüler schon in der erstenMache verschrauben. Zweitens den, dass manche Aerztesich nie die Mühe geben, die Vortheile und möglichenNachtheile der Brechkuren selbst gegen einander abzu-wägen. Drittens den, dass es weit leichter, weit gemäch-licher ist, dem Fieberkranken erst zu speien geben, dannzu laxiren, und wenn er darauf schlimmer geworden, anihm flicken (sich einbildend, das müsse so sein, das seischulrecht), als die Krankheit durch das geeignete Heil-mittel vom ersten Stadio gleich in das der Besserung zubringen. Das Wilde, das Ungeschlachte wird jederzeitmehr Anhänger finden als das Sinnige, das Umsichtige;denn jenes wird mühelos geübt, dieses nur mühevoll.
Bei allen Fortschritten, deren sich unser Zeitalterrühmt, kommt es mir so vor, als stehen wir noch hin-sichtlich der richtigen Anwendung der Brechmittel unge-fähr auf dem nämlichen Punkte der Erkenntniss, woraufdie Aerzte vor zweihundert Jahren standen. Joh. Riolansagt (Enchir. anat. pag. 124j; Imperite faciunt, ne dicamimpie, qui post multa remedia administrata, in moribundis,ac pene jam exolutis viribus vomitoriis utuntur, tanquamextremis remediis, rjuae quod superest vitae suffocant et mor-tem ocijus accelerant. Das schrieb Riofan im 17ten Jahr-hundert; nun, ich denke, das Kunststück, welches demManne so übel gefällt, wird auch noch wol im 19tenJahrhundert geübt. Aber freilich, wir machen darüber