Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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545
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jetzt eine andere Auslegung. Das furchtbarste Brech-• mittel, von dem ich je gehört oder gelesen, gab im 17tenJahrhundert der englische Arzt Georg Bäte (Leibarzt Carldes 2tenJ in der Fallsucht, und es ist mir wahrscheinlich,dass er in manchen Fällen einzig dadurch die Krankheitwird gehoben haben. Man findet die Vorschrift in derRezeptsammlung, welche unter dem Namen ParmacopoeaBateana bekannt und mehrmals aufgelegt ist. MeinExemplar ist von der 4ten Auflage (Amsterdam 1709),hier stehet es Seite 33 und lautet also: Jjh Folior. recent.Digitalis jiv Uvar. corinth. mund. 5" Contusis adde Cere-visiae non lupulatae Itii Coque ad dimid. f. expressio for-tissima. D. pro vomitorio in epilepsia. Ich denke, werden Trank genommen, der wird wol bis zum 4ten, oder5ten Tage am Brechen geblieben sein; zum wenigstenhabe ich es so einmahl bei einer jungen Frau beobachtet,der durch ein Digitalisbrechmittel das Wechselfieber ver-trieben wurde, und zwar von einer Nonne, die angeblichdas Kunststück von einem alten Mönch gelernt hatte.Die Kranke hatte einen halben Esslöffel voll zerriebenertrockner Digitalisblätter auf ein Mahl genommen und warinnerhalb einer halben Stunde ans Brechen gekommen;dieses Brechen war aber mit Schluchzen, mit ganz un-geregeltem Herzschlage und mit einem Gefühle des Todt-krankseins begleitet. Das Fieber ist ausgeblieben undhat keinen Rückfall gemacht,b. Purgir- oder Laxirkur.

Durch diese, je nachdem man feindlich den Darm-kanal angreift, kann man viele, möglich alle Urorganer-krankungen heilen. Man heilt damit Manie, Ophthalmie,Angina, Husten, Asthma, Seitenstechen, Leber- undMilzanschoppung, Kolik, Ruhr, Rheumatismen, Gicht,Gelbsucht, Wassersucht, und Gott weiss, welche Suchtennoch mehr. Dieses nun zugegeben, müssen wir auchdie möglichen Nachtheile der Purgirkur erwägen.

Zuerst ist zu bemerken, dass sie unsicher ist; siekann helfen, aber sie hilft nicht immer. Wenn sie einUrorganleiden, bei dem der Gesammtorganismus sich nochII. 35