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2 (1847)
Entstehung
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371
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bindung noch eben so krank als vorher. Man vertröstete sich,es werde nach den sechs Wochen anders werden, die Wochenvergingen und es wurde nicht anders. Bald nachdem sie ihrenersten Kirchgang gehalten, wird sie ohnmächtig; da man siewieder zu sich bringt, gewahrt man, dass ihr der linke Armganz lahm geworden. Man bittet mich, die Sache zu unter-suchen, und ich erfahre jetzt das, was ich dem Leser berichtet.Da ich die Frau gut kannte, aber lange nicht gesehen, sowar mir ihr Verlust an Fleisch und die Fremdartigkeit ihresGesichtes um so auffallender. Ich hielt dafür, die angeblicheOhnmacht sei ein kleiner, vorübergehender Anfall von Apo-plexie gewesen, und in Erwägung, dass bei dem noch jugend-lichen Alter der Frau an einen Verfall des Organismus nichtzu denken sei, dass man keinen Grund habe, Bildungsfehlerdes Gehirns, oder des Herzens, oder eines Bauchorgans anzu-nehmen, und in Erwägung, dass das Kopfleiden sich von einerZeit herschreibe, wo Gehirnaffektionen gemein gewesen, bliebnichts anders über, als den apoplektischen Anfall für eine Folgejener epidemischen Gehirnberührtheit anzusehen. Diese mut-massliche Erkenntniss war nun eben nicht tröstlich; jedoch,da der übelste Zufall, das Erbrechen sich noch nicht gezeigt,griff ich die Sache mit gutem Mutlie an und verordnete denessigsauren Zink, welcher mir mehrmahls bei ,eingewurzeltenLeiden gute Dienste geleistet. Die Wirkung war auch hierauffallend wohlthätig. Der erste, anderthalb Drachmen enthal-tende Trank verminderte, nach Aussage der Kranken, dasKopfleiden um ein Merkliches, der zweite machte den Kopfnoch freier; der Arm blieb aber lahm, und die Kranke bett-lägerig. Sie war nämlich nach dem kleinen apoplektischen,für Ohnmacht gehaltenen Anfall so unwohl geworden, dass siesich im Bette besser fühlte als ausser demselben.

Den dritten Tag konnte ich, weil ich, entfernter Krankenwegen, schon am frühen Morgen die Stadt verlassen musste,sie erst abends sehen. Fröhlich kommt mir der Ehemann aufder Hausflur entgegen und sagt mir, ich werde jetzt Freudean seiner Frau haben. Auf meine Frage, warum? antworteter nicht, sondern bringt mich ins Zimmer, und heisst seineauf dem Stuhle sitzende Frau, mir ihre schlimme Hand reichen.

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