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2 (1847)
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lehrige des Stärkenden ein wenig nachdenken, denn das Eisengehöret ja nach schulrechter Ansicht zu den stärkenden Mittelnund könnte also nur in einem Zustande der Schwäche heil-sam sein.

Welchen Begriff verbinden wir mit dem Worte Schwäche? Im gemeinen Leben nennt man den Mann stark, der, ohneunangenehme Gefühle, ohne sichtbare Störung des Regelgangesseiner Körpermaschine, alle äusserliche Schädlichkeiten kannauf sich einwirken lassen. Wer z. B. ist, was und so viel erwill, ohne Unbequemlichkeit zu spüren, wer viel Wein trinkt,ohne berauscht zu werden, wer grosse Tagereisen zu Fusseoder zu Pferde macht, ohne sichtbar zu ermüden, wer schwereLasten bewegt, im Ringen andere gewältiget, den Schlaf langeentbehret, Hitze und Kälte erträgt, ohne sichtbar davon ange-griffen zu werden, den nennet man stark. Schweigend liegtdiesem Begriffe ein ungefähres Mass zum Grunde, das manvon der Mehrzahl der Menschen sich abgezogen. Den, derüber diesem Mittelmasse ist, nennet man stark, den, der dar-unter ist, schwach.

Der ärztliche Begriff der Schwäche muss aber nothwendigein von jenem, im gemeinen Leben angenommenen, ganz ver-schiedener sein; denn wir müssten ja, hätten wir den gemeinenBegriff der Schwäche, jeden Kranken für einen in Schwächeversunkenen halten, so wol den am inflammatorischen, als denam typhösen Fieber leidenden, denn der eine kann eben sowenig, einem Gesunden gleich essen, trinken, laufen, tanzenund springen, als der andere.

Wenn wir aber diesen gemeinen Begriff mit unserer krank -heitslehrigen Kategorie der Schwäche nicht verbinden können,so verstehen wir vielleicht darunter eine quantitative Vermin-derung des Lebens ? Dieses kann aber auch nicht wol sein;denn da wir das Leben nur in seinen Aeusserungen, nichtvon diesen geschieden kennen, so liegt das Vermehren, oderdas Vermindern desselben ganz ausserhalb der Grenzen unseresWissens. Ueberdies, wenn die krankheitslehrige Schwächeeine quantitative Verminderung des Lebens wäre, so würdedie Selbstheilung solcher Fieber, die wir typhös, oder nervös,oder faulicht nennen, ganz unerklärbar sein. Ich habe mir