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schon in meiner Jugend über diesen Widerspruch den Kopfzerbrochen. Wenn ich nämlich sah, dass solche Kranke nichtbloss ohne Arzenei von selbst genasen, sondern dass junge,in der Ausbildung begriffene Leute, während ihr Körper alleStufen des Elendes dieser Fieber durchlief, nicht bloss ein-bildisch, sondern sichtbar und messbar an Grösse zugenommenhatten, so dachte ich: wie ist es möglich, dass hier, wo dieNatur nicht bloss gegen die verderbliche Krankheit ankämpft,sondern gleichzeitig den Körper ausbildet, wie ist es möglich,dass hier eine Verminderung der so genannten Lebenskraft,oder, was wol gleichgeltend ist, eine quantitative Verminde-rung des Lebens Statt haben kann ? — Wäre es thunlich, diehier zum Grunde liegende Wirkursaclve grösslich zu schätzen,so würde doch wol jeder unverkrüppelte Verstand urtheilen,es sei, um dieser Doppelverrichtung zu genügen, weit einMehr jenes unbekannten Wirkers nöthig, als nöthig ist, denRegelgang des gesunden, ausgebildeten Körpers in Ordnungzu halten.
Da man aber gewöhnlich in der Jugend Wörter, beson-ders griechische, oder lateinische, für Begriffe auf guten Glaubenhinnimmt, so konnte ich mich auch von der kranklieitslehrigenSchwäche nicht gemächlich losmachen. Dass bei allen Wider-sprüchen, in die mich die Beobachtung der Natur verstrickte,dennoch etwas Wahres an dieser Kategorie sei, fühlte ich wol,das heisst, mein Verstand dachte es sich dunkel; es ging abereine lange Zeit hin, bevor ich dieses dunkel gedachte, diesesgefühlte Wahre zur mittheilbaren Klarheit bringen konnte.Endlich, als ich den Geist der geheimärztlichen Lehre erfasst.als ich begriffen, dass wir von dem Wesen der Krankheit,das heisst, von der Krankheit, in sofern wir sie von der sicht-baren und fühlbaren Störung des Regelganges der Körper-maschine scheiden, nichts erkennen können, als ihr Verhält-niss zu der Heilwirkung der Arzenei, da sah ich erst ein.dass die Kategorie der Schwäche bloss einen Zustand deskranken Körpers bezeichne, der durch gewisse Mittel könnegehoben und durch gewisse andere könne verschlimmert werden.Dem Kranken wird es allerdings ganz gleichgültig sein, obwir diesen Zustand Schwäche, Asthenie, Verflauung der Lebens-