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Ich bitte aber den Leser, wol zu bedenken, dass ich nichteine Lobpreisung der altgeheimärztlichen Lehre, sondern einepraktische Untersuchung derselben schreibe. Da ich nun seitden zwanzig Jahren, dass ich dieser Heillehre gefolgt bin, keinePetechialfieber gesehen, so habe ich auch die Heilwirkung desEisens bei dieser Krankheit nicht untersuchen können. Aller-dings gab ich während dieser Zeit das Eisen mit grossem,selbst mit überraschendem Nutzen in solchen Krankheiten, beidenen mir früher die Schwefelsäure sehr gute Dienste geleistet,z. B. im Rheumatismus, im Scorbut, in der Fleckenkrankheit;aber der Schluss von diesen auf das Petechialfieber möchtedoch wol etwas gewagt sein. Ich glaube allerdings, dass mandurch Eisen das Petechialfieber noch besser, und bestimmtgemächlicher heilen wird, als durch Säuren; allein etwas nachwahrscheinlichen Gründen glauben und etwas mit leiblichenAugen gesehen haben, sind zwei ganz verschiedene Dinge.Der Arzt, der nicht gelernt hat, dass in der Praxis das Wahr-scheinlichste unwahr sein kann, ist noch ein Unerfahrener,wenn er gleich graue Haare hat. Wollte ich, nach Art man-cher einbildischen, unkundigen Schriftsteller, das Eisen unbe-dingt als Heilmittel des Petechialfiebers anpreisen, so könntees manchem jungen, das JJeue oder das Altneue gern ergrei-fendem Arzte mit dem Eisen bei Menschen vielleicht einmahlgehen, wie mir mit der Schwefelsäure beim Rindvieh.
Ich will nicht der Veranlasser eines solchen Missgriftessein, darum sage ich als rechtlicher Mann gerade heraus: ichhabe keine Erfahrung in diesem Punkte. Sollte sichmir je die Gelegenheit darbieten, so werde ich gewiss durchvorsichtige Versuche die Wahrheit zu erforschen suchen, undich sehe mich dazu selbst verpflichtet, weil ich das Hinder-liche des Gebrauches der Säure, sonderlich bei Kindern undzärtlichen Menschen erfahren habe; da ich aber schon zu denAlten gehöre, ist es möglich, dass die besprochenen Fieberbei meiner Lebzeit nicht mehr erscheinen, und so muss ichdenn den jüngeren Amtsbrüdem diese Untersuchung überlassen.
Nun wollen wir noch zum Schlüsse über die krankheits-lehrige Kategorie der Schwäche und über die arzeneimittel-