Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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331
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nöthig, dass man diese kenne, wenn man das Mittel bei denFiebern, in denen sie Heilmittel ist, gebrauchen will.

Nun werde ich dem Leser noch eine fremde Erfahrungüber diesen Gegenstand mittheilen. Vor ungefähr zwanzigJahren musste ich mich mit einem niederländischen Amts-genossen in einem jenseits der Maas gelegenem Orte übereinen Schwindsüchtigen berathen, der weit klüger würde ge-handelt haben, sich in ein unvermeidliches Schicksal zu fügen,als nutzlos sich gegen dasselbe zu sperren. Da wir, weil indiesem Falle nichts mehr zu rathen war, mit unserer Berathungbald gethan hatten, so plauderten wir über andere Gegenständeunseres Geschäftes. Mein Kollege, ein alter niederländischer,von England pensionirter Militärarzt, machte unter anderneinige spottende Bemerkungen über die Nichtigkeit der schul-rechten Behandlung typhöser Fieber, und da er wol merkenmochte, dass ich auch eben nicht zu den dummgläubigenDoktoren gehörte, erzählte er mir Folgendes.

Zu der Zeit, da England ein ausländisches Truppencorpsauf der Insel Wight bildete (das Jahr habe ich vergessen,! unddie von ihm pensionirten Offiziere dabei in Thätigkeit setzte,wurde auch mein Kollege angestellt. Es herrschte dort einansteckendes Fieber mit Flecken und Blutflüssen unter denTruppen und das Hospital wurde mit solchen Kranken über-füllet. Man behandelte diese nach schulrechtem Tränt; esging, wie es gewöhnlich gehet, sie starben entweder, oder dasFieber durchlief alle Stufen von Jammer und Elend, und eswährte lange, ehe die Genesenen wieder zum Dienste fähigwaren. Der Erzähler, übel zufrieden mit diesem Erfolge, lässtin seiner Abtheilung gar keine Arzenei mehr reichen, sonderndie Soldaten bloss schwefelsaures Wasser trinken und gibtihnen zur Erquickung von Zeit zu Zeit ein Glas Portwein.Er wird bald gewahr, dass diese einfache Behandlung ihnengut thut, vermehrt jetzt die Gabe der Schwefelsäure under hat das wahre Heilmittel gefunden. Die Kranken sterbennicht mehr, sondern sie genesen in kurzer Zeit ohne Nach-wehen und die Behandlung findet bei den übrigen AerztenNachahmung.

Ich stellte ihm die verfängliche Frage: ob er nicht glaube,