Druckschrift 
2 (1847)
Entstehung
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330
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Eiterung abgestossen, und da konnte man deutlich erkennen,dass die Haut nicht ganz zerstört war.

Nun noch eine kleine Nachrede zu dieser Geschichte.

Mir steckten damahls, als fünfundzwanzigjährigem Anfänger,noch die nosologischen Formen im Kopfe, und ich vermuthetebloss, dass ich vielleicht klüger möchte gehandelt haben, demManne nicht zur Ader zu lassen.

Um mich selbst zu rechtfertigen und die nosologischeForm zu retten stellte ich mir vor, das Petechialfieber sei zuder fast geheilten entzündlichen Pleuresie hinzugekommen.Diese Rechtfertigung schien dadurch einigermassen begründet,dass in dem Bette des Pleuritischen ein kleiner Junge lag,der, wie es sich hernach auswies, am Petechialfieber litt. Ichhatte den Knaben wol hinten in dem dunklen Bettkasten liegensehen, wusste aber nicht, dass er krank war. Jedenfalls wares ein dummer Gedanke, dass der Vater von dem Söhnchensollte angesteckt sein, denn wäre das wirklich gewesen, sowürde bei jenem das Petechialfieber doch so bald nicht aus-gebrochen sein.

Jetzt bin ich überzeugt und bin es Gott Dank schonlange gewesen, dass, hätte ich den Mann nicht zur Ader ge-lassen, sondern hätte ihm gleich Schwefelsäure gegeben, erweder einen schwarzen Arm noch eine schwarze Nase würdebekommen haben. Die Affektion des Gesammtorganismus,die das landgängige Petechialfieber machte, hatte in diesemFalle durch ihr Vorwalten in der Lunge und der Pleura demFieber das Ansehen eines entzündlichen Lungenleidens gegeben.Abgesehen jedoch von diesem jugendlichen Missgriffe, ist derFall merkwürdig, er beweiset, was man, selbst in einem an-scheinend verzweifelten Zustande, mit grosser Gabe Schwefel-säure ausrichten kann. Ich glaube aber, hätte ich es, stattmit einem kräftigen Körper, mit einem schwachen und abge-lebten zu thun gehabt, meines alten Freundes Ii * Ringelreim:der Mann wird sterben, würde wol trotz der Schwefel-säure und dem Branntwein in Erfüllung gegangen sein.

Ich erinnere mich nicht, dass Herr Reich die Wirkungder Säure auf Därme und Galle bemerkt hat. Es ist aber