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dass dem Portweine der gute Erfolg vorzüglich zuzuschreibensei. Er antwortete darauf: das sei unmöglich, denn man habediesen schon früher, wenn die Schwäche bei den Krankenüberhand genommen, gereicht, ohne je den auffallenden Nutzendavon zu sehen, als von der Schwefelsäure. Er habe aberspäter bemerkt, dass die Soldaten, wenn sie von Zeit zu Zeitein Glas Portwein bekommen, das schwefelsaure Wasser besservertragen oder verdauet hätten, als wenn man sie ganz ohneWein gelassen.
Auf meine Frage, ob er nie etwas vom Reichschen Fieber-mittel gehört, antwortete er: in jener seltsam bewegten Zeithabe er kaum Müsse gehabt, mit der Literatur seines LandesSchritt zu halten; an die ausländische habe er gar nicht denkendürfen und vom Reichschen Fiebermittel nie etwas gehört. Aufmeine Auslegung dieser Entdeckung machte er die richtigeBemerkung, dass, ohne den gleichzeitigen Gebrauch des Weines,manche Kranke das schwefelsaure Wasser kaum in massigerMenge vertragen würden. Da ich ihm meine eigenen Erfah-rungen mittheilte, war er der Meinung, wenn ich, statt in denHütten der Armen zu C*, in einem englischen Hospitalediese Fieber behandelt hätte, würde ich den Kranken nebender Schwefelsäure nicht Fusel, sondern Portwein gegeben haben;und wenn er selbst in dem Orte, worin er jetzt lebe, je dieseFieber wieder solle hehandlen müssen, werde er den Armenstatt Portwein Fusel reichen, denn ein Praktiker müsse in Zeitund Umstände sich zu schicken wissen.
Auf meiner Heimreise hatte ich nun in dem sandigenHeidewege Zeit genug, über diese Unterhaltung Betrachtungenanzustellen. Es fiel mir ein, was Schiller in den Wortendes Glaubens von der Tugend sagt: und was kein Ver-stand der Verständigen sieht, das übet in Einfaltein kindlich Gemüth. Diese Worte wendete ich, mutatismutandis, auf die Medizin an. Sollte nicht, dachte ich, manchesHeilmittel, oder die eigene Anwendung desselben, zuweilenvon dem schlichten Verstände anspruchloser Praktiker entdecktund zum grossen Heile der Kranken gebraucht sein, welchesspäter uns ein Gelehrter mit grossem Pompe und nicht seltenmit Uebertreibung bekannt gemacht hat? — Ich kann mich