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2 (1847)
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geschafft werden; ich kam auf folgenden Einfall. Ich mischteeine ganze Unze Acid. sulph. dilutum (damahls nannte man esnoch Spiritus vitrioli) mit nur so viel Wasser, dass, nach mei-nem Geschmacke zu urtheilen, die Speiseröhre des Schlucken-den nicht dadurch verschrumpfen konnte, und liess den Kran-ken alles auf Ein Mahl nehmen. In dem Augenblicke, da erden Trank verschluckte, schrie er laut auf, ein Theil desselbenkam wieder zurück, aber die Blutung stand und der Zweckwar also erreicht. Nun versah ich den Jungen noch mit einerguten Menge Schwefelsäure, und bedeutete ihn, selbige nichtbloss zum Durst zu trinken, sondern so viel davon in sichzu giessen, als es ihm möglich sei. Da er, wie gesagt, beiguter Besinnung war, sehr fürchtete, die Blutung möchte wie-derkehren, und überhaupt keine besondere Liebhaberei am ~Sterben zu haben schien, so trank er täglich eine grosse Mengeder sauren Brüh. Nach ungefährem Ueberschlage rechne ich,dass er täglich eine halbe Unze conzentrirter Schwefelsäure ver-brauchte, und das ist auch die grösste Menge gewesen, die ichin der Folge anderen Kranken beizubringen im Stande war. *)Der Erfolg dieser Behandlung war so, dass ich wahrlich

*) In der angeführten Stelle meines Briefes ( Hufelands Journal B. IV S.825) findet man zwar eine ganze Unze angegeben 5 das ist aber ein Irr-thum, und der kommt nicht auf meine Rechnung, sondern auf Rechnungdes beti ügerischen Armenapothekers. Es war mir in der Folge auffallend,dass Leute, welche die Säure in einer anderen Apotheke geholet, und dieich eben nicht für sehr zärtlich ansah, kaum die Hälfte verzehren konnten.Der damahls in C* wirkende Apotheker L*, zu dem ich einst von dieserauffallenden Verschiedenheit sprach, lächelte und sagte mir unverhohlen:das Acidum sulph. dilut. seines Amtsgenossen enthalte nur die Hälfte derSäure, die es nach dem Dispensatorio enthalten müsse. — Nun freilich,wir lebten damahls in einer Zeit, wo jeder tliun konnte, was ihm beliebteDer nämliche Apotheker gab einst einer armen Frau, statt der verschrie-benen Weinsteinsäure, schwefelsaures Kali. Sie, die am Petechialfieberkrank lag, bekam blutigen Durchlauf, Mutterblutfluss und Nasenblutenzugleich. Ich kostete die Arzenei und fand die Schelmerei. Ein andererApotheker starb, nachdem ich ein paar Jahre mit ihm Geschäfte gemacht.Ich hatte ihn immer für einen sehr guten Apotheker gehalten, weil seineArzeneien immer untadelhaft waren. Bevor die Wittwe des Verstorbeneneinen tüchtigen Provisor bekommen konnte, besorgte der Lehrling, eineehrliche Seele, der schon vier Jahre dort gestanden, die Rezeptur. Das