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ein Alberner hätte sein müssen, wenn ich nicht auf denselbengeachtet, ihn nicht mit dem der schulrechten Behandlung ver-glichen hätte. Der Junge genas gewiss in einem Drittel derZeit, welche die schulrecht Behandelten zu ihrem Aufkommenbedurften. Ja, obgleich später erkrankt als sein Meister, sasser schon wieder auf dem Schneidertische, da jener nochelendiglich im Bette lag.
Seit dieser Zeit liess ich die schulrechte Behandlungganz fahren und hielt mich bloss an die Säure. Da ich Hu-feland jene vorläufige Nachricht gab, hatte ich erst sieben unddreissig Kranke auf diese Weise geheilt, später hat sich miraber der ausgezeichnete Vorzug dieser Behandlung bei einerweit grösseren Anzahl bestätiget. Gelegenheit hatte ich reich-lich zu solcher Untersuchung, denn ich war, wegen körperlicherUnbehülflichkeit eines älteren Kollegen, zwar nicht bezahlter,aber doch wirklicher und einziger Armenarzt in Cleve. Wernun die Verbreitung dieses ansteckenden Fiebers in den Hüttender Armen je selbst beobachtet hat, der wird wol begreifen,dass das, was ich darüber sagen kann, nicht von Einem, oderzwei Dutzend Fällen abgezogen ist. Ja nicht bloss in Cleveherrschten diese Fieber, sondern auch in dem zwischen hierund Cleve belegenen Pfalzdorf. In letzter Dorfschaft habeich damahls mehre Kranken behandelt, und ich erinnere michnoch lebhaft, dort einst in einem Hause gewesen zu sein, wosechs Kranke in Einem Zimmer lagen.
erste Rezept, welches ich ihm übergab, enthielt ein Extrakt. Ich bliebam Rezeptirtische stehen, um zu sehen, wie sich der junge Mensch dabeibenehme, denn ich hatte früher wol gemerkt, dass er selbst in Kleinigkeitenkindisch abhängig von seinem Meister und mehr Knecht als Lehrling ge-wesen. Nachdem er das Rezept gelesen, schauete er mich etwas verlegenan und fragte, ob er die vorgeschriebene Quantität des Extrakts ganz, oderhalb nehmen solle. Ich liess mein Erstaunen nicht merken, sondern sagteganz ruhig: wie haben Sie das bei Lebzeit ihres Prinzipals gehalten ? Wirhaben, versetzte er, immer die Hälfte der vorgeschriebenen Quantität ge-nommen. — Auch von narkotischen Extrakten? — Auch von diesen.
Die Leser dürfen nicht vergessen, dass wir damahls Republikaner,also freie Leute waren. Heut zu Tage kann solche Schelmerei nicht mehrStatt haben, denn die Apotheken werden alle drei Jahre genauuntersucht.
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