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2 (1847)
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das Gurgeln sehr schmerzhaft, ja fast unthunlich; bei jener,von der ich jetzt spreche, konnten sich die Leute gurgeln,wenn sie Liebhaberei daran fanden, wiewol das Gurgeln nichthalf. Ueberdies verschwand sie auch nicht, wie die Pöckchen-angina, in ein paar Tagen von selbst, denn ich bin zu Leutengerufen worden, die schon fünf bis sechs Tage daran gelittenund ziemlich auf einem Punkte geblieben waren. Das Fieberwar meistens lebhaft und der Puls bei manchen sehr unge-regelt, ja ich habe eine nichthysterische Jungfrau behan-delt, deren Puls so schnell, klein und aussetzend schlug, dassgar viele Menschen sterben können, ohne, selbst nahe vor demTode, einen solch wahnen Puls zu haben. Dass man aber,wenn diese symptomatische Angina gehoben war, das Urleber-leiden nicht als ganz gehoben ansehen konnte, sondern dafürsorgen musste, dass der nun frei und schmerzlos schluckendeMensch auch gründlich bauchgesund wurde, brauche ich wolkaum zu bemerken.

Bange Leute machen von einer Angina grosses Aufheben;denn weil sie sehr grosse Unbequemlichkeit davon haben, soglauben sie, sie müssten sterben. Ich habe aber bis jetztnoch keinen daran sterben sehen. Das weiss ich wohl, wenn

Tagen war dieser so stark, dass ich gar keine Speise mehr hinunterbringenkonnte und dass ich, um einen Löffel Flüssigkeit zu schlucken, wol drei-mahl ansetzen, und noch dabei seltsame Gesichter schneiden musste. ZweiTage und eine Nacht musste ich in dieser gezwungenen Enthaltsamkeitverharren, konnte auch nicht schlafen, weil ich meinen Speichel nichtschlucken konnte, dieser mir also bei jedem Versuche zum Schlafen inden Larynx lief und [mir Husten verursachte. Da ich, besah ich dasInnere meines Halses im Spiegel, nichts Krankhaftes erkennen konnte,und jeder Versuch zum Gurgeln mir den Schmerz unglaublich steigerte,so begriff ich leicht, von welchem winzigen Dinge das lästige Ungemachabhing, und fasste meine Seele in Geduld. Am zweiten Tage des voll-kommnen Unvermögens zu schlucken war ich doch etwas flau, legte michAbends aufs Sofa, schlief ein, erwachte gegen Mitternacht, fühlte nichtdie leiseste Spur mehr von meinem Halsleiden, hatte aber starken Hunger.-— Hätte ich nicht schon früher die Trugangina durch ein paar Fälle,bei denen die geringe Ursache des schmerzhaft behinderten Schlingenssichtbar war, kennen gelernt, das Ding würde mich doch, da ich selbstdavon ergriffen wurde, stutzig gemacht haben.

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