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man die Art der Entzündung verkennt, wenn man eine Eisen-,oder Kupfer-, für eine Salpeteraftektion des Gesammtorganismusansiehet, solchen Kranken das Blut abzapfet, und ableitungs-weise sie tüchtig purgirt, so können sie wol sterben; aber siesterben dann doch nicht durch die Angina, sondern durch diealberne Formenbehandlung. Eben so kann wol ein Menschbei einer consensuellen Angina sterben, wenn man nicht imStande ist, das urergriffene Organ, von dem das consensuelleHalsleiden abhängt, gesund zu machen, aber er stirbt dochnicht durch, sondern bei der Angina; hätte er kein Halswehgehabt, würde er ebenfalls gestorben sein.
Die Beängstigung, welche manche Kranke bei heftigerHalsentzündung haben, die aber vorübergehend ist, scheintmir nicht von der Verbreitung der Entzündung auf den Larynxabzuhängen, sondern von der Geschwulst der Mandeln, desGaumens und der hinteren Nasenhöhlen, und von der Un-möglichkeit, den durch die Entzündung erzeugten zähen Schleimzu entleeren. Ich schliesse das daraus, weil die Kranken ge-wöhnlich erst dann beklommen werden, wenn sie sieh aus Mü-digkeit dem Schlummer hingeben. Uebrigens will ich nichtgerade dagegen streiten, dass die Bekleidung der Stimmritzezuweilen nicht auch ein wenig mit leiden sollte.
Die verborgene Angina, von der Hippokrates spricht, diesich durch keine sichtbare Geschwulst äussert, ist entwedereine Entzündung der Speiseröhre gewesen, oder eine consen-suelle, von einem Urbauch-, oder Gehirnleiden abhängendeAffektion des Schlundes. Fernelius sah einen Kranken an einersolchen unsichtbaren Angina innerhalb achtzehn Stunden sterben.Einen sehr merkwürdigen Fall von symptomatischer, schnelltödtlicher Angina beobachtete ich im Jahre 1832. Ein fünf-zigjähriger Mann, von sehr ungesunder, schmutziggelber Ge-sichtsfarbe, der lange Jahre abwechselnd an Bauchbeschwerdengelitten, die sich bald als Kolik, bald als chronischer Durch-fall äussersten, hatte, da ich ihn zuerst sah, unbedeutendeEntzündung der Mandeln, etwas Steifheit des Nackens, ganzmassiges Fieber, war nicht bettlägerig, und hatte die erstenSpuren des Unwohlseins seit zwei Tagen bemerkt. Die Steif-heit des Nackens vermehrte sich aber in der folgenden Nacht,