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2 (1847)
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baren Angina; ich habe oft genug gesundheitsgemässen Harnbei heftiger Entzündung des Halses und bei sehr lebhaftemFieber gesehen.

Uebrigens bemerke ich noch, dass man sich hüten muss,solche von einer Uraffektion des Gesammtorganismus abhän-gende Halsentzündung mit gastrischer zu verwechseln. Letzte istzuweilen mit keinem einzigen Zufalle verbunden, der auf krank-hafte Gallenergiessung in Magen und Darmkanal schliessenHesse, sondern sie ist lediglich consensuelles Symptom einesurergriffenen Bauchorgans. Sie kann auf so wunderliche undvielfache Art erscheinen, dass es kaum zu beschreiben ist.So sah ich z. B. im Winter 1832, wo spät im Herbste Le-berleiden vorherrschend geworden waren, Halsentzündungenerscheinen, bei denen man nur unbedeutende Geschwulst undRöthung der Mandeln und des äussersten die Mandeln be-rührenden Randes des Gaumensegels gewahr wurde. Und dochklagten die Leute über so starken Schmerz beim Schlucken,wie dieser sonst nur bei sehr heftigen und weit gediehenenEntzündungen zu sein pflegt. Dabei war lebhaftes Fieberund etwas gelbgefärbter Harn. Diese Angina hob sich in einemoder zwei Tagen mit dem Brechnusswasser zu dreissig Tropfenalle zwei Stunden gereicht. Eine Frau, die oft mit entzünd-lichem Halsweh geplagt, sich immer selbst durch Salpetertropfengeheilt hatte, konnte dieses Mahl nicht damit zum Zweckekommen, ich half ihr aber mit Brechnusswasser.

Diese Angina, welche bloss Symptom einer Leberberührt-heit war, selbst in etlichen Fällen mit schmerzhafter Leber-affektion abwechselte, hatte hinsichtlich des in hohem Gradeschmerzhaft behinderten Schluckens, und hinsichtlich der un-bedeutenden wahrnehmbaren Entzündung, die grösste Aehn-lichkeit mit der, welche zuweilen von einem kleinen Pöckchenin der Haut einer Mandel entsteht.*) Bei dieser ist aber

*) Obgleich diese Trugangina ein unbedeutendes Ding ist, so kann sie dochsehr lästig werden, und einen jungen Arzt zur Anwendung mancher ganzzwecklosen Mittel verleiten, besonders wenn das Pöckchen an der hinterenSeite einer Mandel sitzt, also unsichtbar ist. Vor vielen Jahren habe icheinst persönlich die Bekanntschaft dieses Uebels gemacht. Bei vollkommnerGesundheit fühlte ich zuerst geringen Schmerz beim Schlucken; nach zwei