Phosphorus. Phosphor. 757
icher man in den vorigen Zeiten über die Be-standteile und die Wirksamkeit des Mohnsaftesräsonnirte, glaubte man, an dieser Tinktur einganz anderes, milderes Arzneimittel zu haben,als dem Sydenhamischen Laudanum. Man em-pfahl diese Tinktur daher vorzugsweise, wo man.beruhigen wollte, ohne zu erhitzen, z. 13. beyBlutstürzen, bey der Ruhr u. s. w. Ich glaube,der Unterschied zwischen beyden ist nicht so be-deutend, dafs man zweyerley Mohnsafttinkturenin den Apotheken aufzustellen braucht!
Tinctura opii Eccardi. Diese Tinktur hat seiteiniger Zeit viele Lobredner gefunden. Sie be-steht aus einer Auflösung des Mohnsaftes inZimmtwasser und Branntwein. Hornj tadeltmit Recht an ihr, dafs sie zu koncentrirt sey.Man darf sie nur zu 5, höchstens 10 Tropfen ge-ben. Mir gefüllt das alte Sydenhamsche Lauda-num besser, als diese Tinktur.
Phosphorus. Phosphor.
Der Phosphor ist ein Kunstprodukt des vorigenJahrhunderts. Einem Forscher nach dem Steineider Weisen, dem Kaufmann Brandt zu Ham-burg, haben wir die Entdeckung desselben zuverdanken. Er behandelte den Urin alchemisch,-und brachte vermittelst einer mühsamen undschmuzigen Vorrichtung diesen weifsgelben, zä-hen, wachsähnlichen Körper zum Vorscheine, wel-chen die jetzige Chemie, auf weniger ekelhaftenWegen, aus Knochen zuzubereiten gelehrt hat.
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