Mohnsaft,
Weine aufgelost, eine schöne, goldfarbene, durch-sichtige Essenz, ohne Zweifel noch jetzt eine der Le-iten IWohnsaftzubereitungen. Ein Quentchen e.nl-h alt zehn Gran Mohnsaft; also beiläufig zelir»Tropfen einen Gran. Doch ist dieses Verhältnissehr verschieden, und nach einigen Vorschrifteninul's man den Gehalt an Opium weit stärker anneh-men. Ich bediene mich fast Keiner Zubereitung ausMohnsaft w 7 eiter, als dieser, die man blol's mit Zu-cker, mit Wasser, mit andern geistigen Essenzen,Antimonialwein, versüfsten Säuren, Naphthen etc.mischen und geben bann. In wäfsrichten Auflösun-gen zersetzt sich die Tinktur, unu bringt eine Trü-bung hervor, wird aber nicht in ihrer Wirksamkeitgeschwächt. Man kann sich derselben überall be-dienen, wo der reine Mohnsaft angezeigt und em-pfohlen worden ist. Sie verdient sogar in der Hin-sicht einen Vorzug vor jenem, als man sie leichtjeder Mischung zusetzen, und in so kleinen Gabenvertheilen kann, als man will. Ja mancher schwa-che Magen verträgt das ilüsSige Laudanum bei wei-tem besser, als den puren Mohnsaft. Auch kannman dasselbe leichter unter Klystire, Salben, Lini-mente etc. mischen als jenen.
Man giebt zum innerlichen Gebrauch gewöhn-lich 5 bis 15 Tropfen auf einmal. In aufsergewöhn-lichen Fällen, von denen schon zum Theil die Redegewesen ist, kann man auch mehr geben. Es hatUmstände und Beispiele gegeben, wo ungeheure Ga-ben die heilsamsten Effekte gelaistet haben. Das isfcbesonders bei Krämpfen und allen Krankheiten vonindirekter Schwäche der Fall. Man hat alsdannwohl, wie Brown, 200 Tropfen auf einmal gege-ben. Ich habe schon angeführt, dafs ein Engländer
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