— 256 —
diusäure. Das Filtrat, welches alle Vanadinsäure enthält, dampftman in einer Porzellanschale auf ein kleines Volum ein, spült dieFlüssigkeit in einen tarierten Platintiegel, verdampft wieder imWasserbade, zuletzt im Luftbade, bis alle Schwefelsäure vertriebenist, glüht längere Zeit *) bis zur schwachen Rotglut bei offenemTiegel und wägt das zurückbleibende V.,0-.
Bemerkung: Anstatt das Bleivanadat, wie oben angegeben,durch Schwefelsäure zu zersetzen, kann man das Blei nach H o 1 v e r-s c h e i d t mittels Schwefelwasserstoff als Sulfid abscheiden und dasVanadin im Filtrat des Bleisulfids bestimmen. Zu diesem Zweckewird das blaugefärbte vanadylsalzhaltige Filtrat bis zur Verjagungdes Schwefelwasserstoffes gekocht und vom ausgeschiedenen Schwefelabfiltriert. Man fügt einige Tropfen Salpetersäure hinzu, verdampftzur Trockene und führt das zurückbleibende rotgelbe Hydrat derVanadinsäure durch schwaches Glühen in Vanadinpentoxyd über.Sehr schön läßt sich das Blei von der Vanadinsäure durch Ab-scheiden desselben als Bleichlorid trennen. Man verfährt hiebei, wiebei der Analyse des Vanadinits Seite 258 angegeben.
Die Abscheidung des Vanadins als Vanadinsulfid, durch An-säuern einer mit überschüssigem Ammonsulfid versetzten Alkali-vanadatlösung ist nicht statthaft, weil hiebei nur ein Teil des Vana-dins als braunes Sulfid gefällt wird, während stets ein Teil alsVanadylsalz in Lösung bleibt. Schon H. Rose macht auf die Un-genauigkeit dieser Methode aufmerksam, was aber nicht hindert, daßsie sogar in einigen der allerneueston Werke über analytische Chemieempfohlen wird. Ich habe die Methode gründlich probieren lassenund mich von ihrer gänzlichen Unbrauchbarkeit überzeugt.
Trennung des Vanadin« von Arsensiiure.
Die meisten vanadinführenden Mineralien enthalten Arsen undletzteres geht beim Ausziehen der Sodasalpeterschmelze (vgl. S. 254)mit Wasser mit dem Vanadin in Lösung. Zur Trennung der beidenElemente säuert man die Lösung mit verdünnter Schwefelsäure an,versetzt mit Schwefeldioxyd in der Hitze, wodurch die Vanadinsäurezu blauem Vanadylsulfat und die Arsensäure zu arseniger Säure re-duziert wird. Nach Entfernung des überschüssigen Schwefeldioxyds,durch Kochen und gleichzeitiges Einleiten von Kohlendioxyd, sättigtman die Lösung mit Schwefelwasserstoff und filtriert das Arsen-trisullid ab. Das Filtrat wird zunächst von Schwefelwasserstoff befreit,dann mit Salpetersäure verdampft, um die Vanadylverbindung in
') Beim Abrauchen der Schwefelsäure bildet sich zum Schluß ein Ge-menge von grünen und braunen Kristallen (Verbindungen der Vanadinsäuremit Schwefelsäure), welche erst bei schwacher Kotglut die Schwefelsäure ab-geben.