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Bemerkung: Das Erhitzen der Sodaschmelze muß ganzallmählich erfolgen, da sich leicht Selen verflüchtigt, wodurch nam-hafte Verluste entstehen können.
Sehr gut lassen sich Selen und viele Selonverbindungen, wiefolgt, bestimmen. Man schmilzt den trockenen, feingepulverten Schlammbei möglichst niedriger Temperatur im Wasserstoff'strome J ) mit derzwölffachen Menge Cyankalium. Hat die Masse ca. 1 \ i Stunderuhig geschmolzen, so läßt man sie im Wasserstoffstrome erkalten,extrahiert mit Wasser, erhitzt zum Sieden und behandelt die farb-lose Lösung nach 3.
Das Erhitzen des Selenocyankaliums vor dem Ansäuern istnotwendig, weil fast immer geringe Mengen von Kaliumselenid(K 2 Se) vorhanden sind, die beim Ansäuern mit Salzsäure unter Ent-wicklung von Selenwasserstoff zersetzt werden. Durch das Kochendes Kaliumselenids mit dem überschüssig vorhandenen Cyankaliumgeht ersteres leicht in Selenocyankalium über:
K 2 Se -f KCN -j- H 2 0 -f- 0 = 2 KOH -f KCNSe.
Tellur = Te; At.-Gew. = 1275.
Bestimmungsform: Tellur (Te).
Leitet man in eine salzsaure Lösung von telluriger SäureSchwefeldioxyd, so fällt schwarzes Tellur quantitativ aus, voraus-gesetzt, daß die Lösung nicht zu viel Salzsäure ent-hält. Löst man tellurige Säure in 200 rem Salzsäurevom spezifischen Gewichte 1-175, so fällt aus dieserLösung auf Zusatz von Schwefeldioxyd in der Kältekein Tellur. Verdünnt man aber die Lösung mit dem gleichenVolum Wasser und leitet Schwefeldioxyd bei Siedehitze ein, so fälltalles Tellur aus. Dasselbe wird filtriert, mit Wasser bis zum Ver-schwinden der Chlorreaktion und hierauf mit Alkohol gewaschen,bei 105° C getrocknet und gewogen. Die Oxydation des Tellurswährend des Trocknens ist so gering, daß sie vernachlässigt werdenkann. 2 )
) Mau verwendet hiezu einen Eoseschen Tiegel (Fig-. 37, S. 153)oder einen langhalsigen Glaskolben von schwerächmelzbarem Glase, auswelchem man dio Luft durch Einleiten von Wasserstoff verdrangt. Die Ein-leitungsröhre muß weit sein, so daß sie den Hals des Kolbens fast ganzausfüllt.
"') So fand mein Assistent R. Philipp durch Fällen von 25 com einerLösung von reinem Tellurchlorid mittels schwefliger Säure, Filtrieren desTellurs durch einen Gooch-Neubauer-Platintiegel und Trocknen des Nieder-schlages.
a) an der Luft bei 105" : 0-0647, 0-0647 0-0649 g Te.
b) im Wasserstoffstrome : 00645, 0 0650 — ff Te.
c) „ CO a -8trome : 0-0650 ff Te.
Anwesenheit von Salpetersäure verhindert die vollständige Fällung deslellurs mit Schwefeldioxyd und ebenso die Anwesenheit von Schwefelsäure.