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2 (1911) Quantitative Analyse
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6. Vorbereitung der Substanz zur Analyse.

Allgemeines Kegeln zur Vorbereitung einer Substanz zur Ana-lyse lassen sich schwerlich geben, denn sie sind von Fall zu Fallverschieden. Für eine wissenschaftliche Analyse, d. h. einesolche, welche dazu dient, die atomistische Zusammensetzung einerSubstanz zu ermitteln, ist es notwendig, die Analyse mit reinemMaterial vorzunehmen. So selbstverständlich dies erscheint, soschwer ist es oft, diese Bedingung zu erfüllen. Viele Substanzensind hygroskopisch und ziehen an der Luft Feuchtigkeit an, dieman durch Erhitzen oder durch Stehenlassen im Exsikkator überChlorcalcium entfernt, vorausgesetzt, daß der Körper dabei keineVeränderung erfährt. Viele kristallwassorhaltigen Substanzen dürfenniclit einmal im Exsikkator getrocknet werden, weil sie dabei einenTeil ihres Kristallwassers abgeben; sie müssen lufttrocken analysiertwerden.

In allen Fällen aber muß man sich vor derAnalyso von der Gewichtskonstanz der Substanzenüberzeugen.

Für technische Analysen, welche den Kauf- oder Vor-kaufpreis einer Ware bestimmen oder den Betrieb bei derenFabrikation kontrollieren sollen, muß die Substanz, wie sievorliegt, untersucht werden. Hier gilt die Regel, die Analysean einer richtigen Durchschnittsprobe auszuführen, sofern es möglichist, eino solche zu entnehmen.

Wir ballen uns im folgenden nur mit der wissenschaftlicbenAnalyse zu beschäftigen und werden unsere ersten Übungen mitaus Wasser leicht kristallisierbaren Substanzen ausführen.

Die Handelssalzo sind oft nach ihrer Fertigstellung außer-ordentlich rein und dürften dann ohne weiteres zur Analyse ver-wendet werden; wir erhalten sie jedoch meist, nachdem sie längereZeit an der Luft gelagert und von Arbeiterhand verpackt und ver-sandt worden sind, wodurch sie namhafte Veränderungen erleidenkönnen. Die zu analysierende Substanz muß daher immer zuvorgereinigt werden. Dies geschieht durch

Umkristallisieren.

20 30 g der fein pulverisierten Handelsware löst man inmöglichst wenig heißem Wasser (am besten in so wenig Wasser,daß eino kleine Menge der Substanz ungelöst bleibt) und gießtdie Lösung, um Staub oder andere unlösliche Verunreinigungen zuentfernen, rasch durch ein Faltenfilter, das sich in einem abge-sprengten Trichter befindet (Fig. 22). Das Filtrat sammelt manunter beständigem Umrühren mit einem Glasstab, in eine Porzellan-