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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Heterokarbozyklische Verbindungen.

Früchten, macht deren ausgepreßten Saft erstarren; Fibrinferment (Trom-bin, Thrombase), die Blutgerinnung bewirkend (S. 619).

Labferment, Chymosin, die Gerinnung neutraler Casei'nlös.(z. B. der Milch) bewirkend, findet sich im Magensafte des Menschen, Kalbesu. Schafes, auch in versch. Pflanzen u. findet Anw. als Naturlab (Auszugdes Labmagens mit verd. Salzlös.). Labessenz, Liquor seriparius (die-selbe Lös. mit Borsäure versetzt). Labpulver (durch Sättigen mit NaCl ausder Salzlös. gefällt).

Oxydierende Enzyme in den Crustaceen, in der Leber, Milz, Niere, vielenPflanzensäflen (des Meerrettigs usw.), sind Peroxydasen, welche nur beiAnwesenheit von Superoxyden oxydieren oder Oxydasen, welche schon beiGegenwart von Luft oxydieren.

Laccase, im Safte des Japan. Lackbaums, u. derselben nahestehendeOxydasen sind in den Pflanzen sehr verbreitet.

Tyrosinase, in Pilzen, Dahlia- u. Kartoffelknollen, Krebsen, Insektenusw., oxydiert Tyrosin (S. 529) u. andere zykl. Verb. (Dunkelwerden vonPflanzensäftcn, angeschnittenen Pflanzen, Früchten (S. 531).

Reduzierende Enzyme (Reductasen) bewirken Reduktionsvorgänge,kommen in vielen Pflanzen u. Tieren vor. Katalasen, im Pflanzen- u. Tier-reich sehr verbreitet, machen aus Superoxyden, z. B. aus H 2 0 2 , Sauerstoff frei.

Versch. Enzyme. Amidasen, Ureasen, finden sich in den Pilzen,welche Harngärung hervorbringen.

Nucleasen, in der Milch, Pankreas- ti. Thymusdrüse, einigen Bakterien,bewirken den Abbau der Nukleinsäuren (S. 587); man unterscheidet Nuclein-asen, welche Polynucleotide in Mononucleotide spalten, Nucleotidasen,welche Mononucleotide in Nucleoside -j- H a P0 4 spalten, u. Nucleosidasen,welche Nucleoside in ihre Basen u. Zucker u. Eiweiß spalten.

Carboxylasen, in vielen Tieren u. Pflanzen, namentlich in der Hefe,spaltet Ketonsäuren in Aldehyde u. Ketone.

Arginase, in Leber, Niere, spaltet Arginin (S. 436), Gummase, ingummiführenden Harzen, steht zur Gummibildung in Beziehung.

Hirudin, in den Blutegeln, verhindert die Gerinnung des Blutes.

Opsonine, im normalen Blut, fördern die Angreifbarkeit pathogenerBakterien durch Phagocyten (weiße Blutkörperchen).

Hormone (hormon das Antreibende) sind Stoffwechselprodukte tierischerOrgane, die durch das Blut in ein anderes Organ geführt, erst dort wirken; c iesind die wirksamsten Bestandteile vieler Organpräparate (S. 624), sind abernicht stets Enzyme, z. B. Adrenalin in der Nebenniere, Secrelin in der Dünn-darmschleimhaut, Hormone sind auch die unbekannten Verb, in den Sexual-drüsen, welche das Wachstum des Bartes u. der Brüste veranlassen.

Biokatalysatoren, irreführend Vitamine oder Nutraminegenannt, trotzdem sie keine Amine sind, heißen eine Anzahl wenig bekannterStoffe, welche sich in geringer Menge in best. Nährstoffen der Tierwelt findenu. bei deren Mangel best. Krankheiten (Avitaminosen) auftreten; sie heißenauch Ergänzungsstoffe oder akzessorische Nährstoffe. Vitamine A findensich in best. Pflanzenfetten, Vitamine B in der Hefe, den Keimen u. derKleie best. Getreidearten usw., im Tierreich im Eidotter, wenig in der Milch,dem Fleisch u. den Eingeweiden; Vitamine C finden sich in frischen Pflanzen-teilen (namentlich der Kruziferen), den Orangen, Apfelsinen usw. u. heißenauch antiskorbutische Vitamine); ein Vitamine, Phosphatide u. Eiweißstoffeenthaltendes Gemenge findet als Promonta med. Anw., ferner ein Präparataus Mohrrübensaft als Rubio.

8. Medizinische Eiweißpräparate.

Zahlreiche Eiweißpräparate finden in der Technik Anw., z. B. Leim alsKlebstoff, Gelatine in der Photographie, Caseinprodukte als Hornersatz, ausHefe (bzw. aus dem Kühlschifftrub der Brauereien) mit Formaldehyd erhalteneMassen als Ernolith zum Ersatz für Hörn u. Hartgummi.