Druckschrift 
Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
Entstehung
Seite
368
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

368

Aliphatische Verbindungen.

C^H S CO C 2 B. 3 (Diäthylketon); sind sie verschieden, so hat man gemischteKetone, z. B. H 3 C"CO"C 2 H 5 (Methyläthylketon).

Thioketone, z. B. CH 3 "CS~CH 3 , werden synth. erhalten.

Tertiäre Alkohole zerfallen bei der Oxydation sofort in Ketone,bzw. Säuren u. Ketone, die weniger C-Atome enthalten, z. B.

(CH 3 ) S (C 2 H 5 ) 5 (T0H+ 30= CH,"COOH + CH 3 "CO"CH 3 + H 2 0

Tort." Amylalkohol. Essigsäure. Dimethylketon.

Dieses Verhalten erklärt sich durch die Annahme, daß die HO-Gruppeein H-Atom in einer =CH~Gruppe ersetzt hat u. die so entstandene dreiwert.Gruppe E C(0H) keine durch O-Atome ersetzbaren H-Atome mehr enthält,also nicht ohne Abspaltung benachbarter C-Atome in die Gruppe "CO" oder"CH(O) oder "CO(OH) übergehen kann.

Tertiäre Alkohole enthalten eine oder mehrere dreiwert.Gruppen = C(OH)~, die also nur in Verb, vorkommen kann, welche minde-stens vier C-Atome besitzen, so daß der niederste tertiäre Alkohol vier C-Atome besitzen muß.

Carbinole. Eine klare Benennung der isomeren Alkohole ergibt sich,wenn man dieselben als Derivate des Methylalkohols oder Carbinols,CH, - OH, betrachtet, dessen H-Atome durch Alkyle ersetzt wurden, z. B.C 8 H 7 ~CH 2 , OH, Propylcarbinol, prim. Butylalkohol,(C s H 5 )(CH 3 ) = CH-OH, Methyläthylcarbinol, sek. Butylalkohol.(CH s ),=C-OH, Trimethylcarbinol, tert. Butylalkohol.

6. Säuren und Säurederivate.

Säuren entstehen namentlich durch Oxydation von Alkoholen, Alde-hyden, Ketonen u. enthalten dann die charakt. Carboxyl- oder Carbon-säuregruppe 'CO(OH), meist geschrieben "COOH.

Während in anorg. Säuren meist alle H-Atome bei der Salzbild, ersetztwerden, sind in org. Säuren nur die H-Atome der ~CO(OH)- Gruppen bei derSalz- u. Esterbild, ersetzbar; auch vereinzelte O-haltige Säuren ohne "CO(OH)-Gruppen sind bekannt, z. B. Harnsäure; ferner kennt man O-freie Säuren.

Das H-Atom der 'CO(OH)-Gruppe kann außer durch Metalle(Salzbild.) u. Alkoholradikale (Esterbild.) auch durch Säureradikale{Anhydridbild.) ersetzt werden.

Auch die HO-Gruppe der ~GO(OH)-Gruppe ist (wie die HO-Gruppe anorg. Säuren) durch Atome u. Atomgruppen ersetzbar (S. 117 u. 205);diese Derivate werden als Verb, der Säureradikale betrachtet u. enthaltendaher den Namen des Substituenten hinter dem Säureradikalnamcn, z. B.CH,~C0~C1 Acetylchlorid. Substit. bei mehrbas. Säuren s. Amidsäuren (S. 371).

Ferner sind die H-Atome der K.W.-Radikale (der intraradikaleWasserstoff) durch Atome usw. ersetzbar; diese Derivate haben noch alleEigensch. der Säuren, da sie die unveränderte ~CO(OH)-Gruppe enthalten,bilden also Säuren u. Ester; sie werden benannt mit dem Namen des Substi-tuenten vor dem Säurenamen, z. B.

CH a (NO,)"COOH CH 2 (NH 2 )"COOH CH 2 (OH)~COOHNitroessigsäure. Aminoessigsäure. Oxyessigsäure.

Säuren mit COOH-Gruppen heißen Carbonsäuren u. nachAnzahl der COOH-Gruppen Mono-, Di-, Tricarbonsäuren usw.; z. B. ist Essig-säure, CH 3 -COOH, eine Monocarbonsäure, Malonsäure, COOH"CH 2 "COOH,eine Dicarbonsäure usw.; Säuren mit mehr als zwei COOH- Gruppen an einemC-Atom sind nicht bekannt.

Sie haben meist Trivialnamen u. werden zuweilen als Carbou-